Hello Lofoten. Heute Morgen sind wir das erste Mal auf den Lofoten aufgewacht und es fühlte sich gut an. Endlich hatten wir unser Ziel erreicht, weshalb wir umso besser gelaunt waren. Zur Feier des Tages gönnten wir uns Blaubeerpancakes mit den selbstgepflückten Blueberries von gestern früh. Der Teig war schnell angerührt und schon brutzelten die ersten Pancakes fröhlich vor sich hin. Durch unsere beschichtete Grillplatte konnten wir unsere kleinen Küchlein ohne Öl zubereiten und auch ohne, dass sie am Pfannenboden kleben blieben. Wir füllten unser Wasservorrat wieder voll auf und nahmen uns vor gleich mal den Schmutz und Schweiß der letzten Tage zu beseitigen. Sich schon unter der warmen Dusche sehend, liefen wir zu den Sanitäranlagen, um gleich darauf wieder stinkend zum Auto zurückzukehren. Die einzige Dusche war geschlossen. Enttäuschung machte sich breit und wir versuchten unser Glück auf einem anderen Zeltplatz. Leider war dieser kostenpflichtig und, als alte Schwaben, waren wir in diesem Moment einfach zu geizig für eine Dusche Geld auszugeben. Daher beschlossen wir einfach darauf zu bauen, dass sich irgendwann eine Chance auftat unsere Körper zu waschen. Nelly hatte es derweil satt und versuchte sich notdürftig im Innenraum des Busses zu reinigen. Schlussendlich umgab den Bus eine duftende Deowolke, mehr Luxus schien es heute nicht zu geben.
So, wo sollte es denn heute hingehen? Auf der Karte orientierten wir uns ein wenig und entschieden uns für Henningsvaer. Dieser kleine Ort liegt am Ende eines Ausläufers der Lofoten. Wir bogen links ab und fuhren entlang der Küste. Auf einem größeren Parkplatz inmitten des Dorfes stellten wir unser Auto ab. Hier war das Parken für die ersten beiden Stunden umsonst. Wir liefen durch die Gässchen und entdeckten ein schnuckliges Café namens Lysstopriet. Hier gab es eine reichliche Auswahl an selbstgebackenem Kuchen und belegten Brötchen. Sven entschied sich für einen Tee und ein Lachsbrötchen mit Ei. Nelly bestellte lediglich einen Cappuccino, da Zimtschnecken hier nicht im Angebot waren und Sie unbedingt eine davon essen wollte, weil sie in mehreren Blogs von den frischgebackenen Teigstückchen gehört hatte. Das Frischbrötchen schmeckte lecker, der Preis lag dafür schwer im Magen. 15 Euro zahlten wir für Sven’s Gelüste. Immerhin schwärmte er noch mehrere Stunden später davon. Im Café bearbeiteten wir einige Bilder, schrieben weiter an unserem Blog und füllten Instagram mit neuen Storys, da es hier auch free WIFI gab.
Kurze Story zwischendurch: Ja, wir haben uns im Vorfeld über mobiles Datenvolumen in Norwegen informiert und ja, wir haben auch eine Prepaid-Karte besorgt, mit der wir 10 GB Internet zur Verfügung hatten. Ordnungsgemäß aktivierten wir die SIM-Karte noch in Deutschland. Die Einstellungen am Iphone brachten uns aber bereits zur Verzweiflung. Irgendwie musste eine extra Datei heruntergeladen und installiert werden. Hatten wir das mithilfe des Supermarkt-WLANs geschafft, musste die richtige APN vergeben werden. Nach mehreren Anläufen und nachdem das Handy einige Male neu gestartet wurde, funktionierte die Karte dann endlich. Und zwar genau EINEN Tag. Okay, wir luden einen Blogbeitrag über das mobile Datenvolumen hoch. Aber konnte das die ganzen 10 GB verbraucht haben? Konnten wir uns nicht vorstellen. Wir rätselten umher. Sven, in seiner bekannten Beschwerdebrief-Verfassung, pfefferte sofort eine Mail an den Kundendienst des Anbieters heraus. Nach längerem Überlegen bestand dann doch durchaus die Möglichkeit, dass wir eventuell und ganz vielleicht selbst an dem Problem schuld waren. Es wäre durchaus denkbar, dass Lightroom, ein Bildbearbeitungstool, im Hintergrund, während der Hotspot für den PC an war, unsere Bilder weiter synchronisiert hatte. Und bei den großen Bilddateien unserer Kamera müsste dies durchaus Datenvolumen gezogen haben. Genau wissen wir das aber nicht, lediglich eine Vermutung. Diese 40 Euro hatten sich auf jeden Fall nicht gelohnt. Dafür hätten wir einmal Tanken oder zweimal schön ein Käffchen trinken gehen können.
Nach unserer stundenlangen Café-Session liefen wir einmal durch das Dörflein. Es war nicht besonders groß, sodass wir schnell alles gesehen hatten. Auf dem Weg zum Auto veränderte sich dann aber die Stimmung. Sven wurde motzig, wie ein kleines Kind, dem das Spielzeug weggenommen wurde. Und mit seinem Spielzeug hatte es tatsächlich zu tun, denn sein Kameraspeicher war voll. Vielleicht hast Du es schon gemerkt, aber Sven fotografiert für sein Leben gern. Vor dem Urlaub hatte er sich extra eine neue, handlichere Kamera zugelegt. Nun waren beide Speicherkarten vollkommen belegt und kein einziges Foto konnte mehr geschossen werden. Wer Sven kennt, weiß, dass er doch schnell zur kleinen Zicke mutieren kann, und ich möchte mich da nicht ausnehmen, aber in dieser Hinsicht scheint er doch einige weibliche Gene zu besitzen. Aber mal ehrlich, welcher Starfotograf denkt nicht an ausreichenden Speicherplatz? Spaß, hier gehen wieder Grüße raus an Apple. Natürlich hatten wir eine externe Festplatte eingepackt. Allerdings wurde sie von unserem MacBook nicht erkannt und konnte auch nicht richtig formatiert werden. Hätte man im Voraus checken können, haben wir aber nicht gemacht. Hätte auch einfach easy going funktionieren können, einfach möchte Apple aber nicht.
Die Bilder luden wir daher in die Lightroom-Icloud, sodass wir eine Speicherkarte löschen konnten. Dieses Problem hatten wir also einigermaßen gelöst. Also denkst Du dir wahrscheinlich, dass Sven’s Stimmung nun wieder besser geworden wäre. Naaa, da hast Du die Rechnung ohne den werten Herrn gemacht. Seine Laune blieb im Keller. Auch dieses Mal war der Auslöser die Technik: sein Smartphone. Ein solides Huawei P9 Lite durfte er sein Eigen nennen. Würde es nur wenigstens funktionieren. Die Kamera des Handy ist mehr schlecht als Recht, sein Tarif funktioniert nur in Deutschland und mit dem WLAN-verbindet sich das Handy auch nicht. Also zusammenfassend ist das Mobiltelefon in Norwegen nutzlos. Das ein oder andere Mal hätte er es schon gern ins Meer geworfen.
Schon lange über den zwei kostenfreien Parkstunden verließen wir Henningsvaer mit einem eingeschnappten, mürrischen Sven. Überprüft hatte die Parkdauer scheinbar niemand.
Immerhin schien die Sonne und wir machten Musik an. Es düdelte Gute Laune-Musik aus unseren Boxen und auch langsam kriegte sich Sven wieder ein. Einige Minuten später grölten wir, zwar schief und krum, aber mit ausgelassener Stimmung, mit der Musik mit.
Immer wieder waren wir am heutigen Tag mit zwei anderen Campern, welche ebenfalls gerade die Lofoten besuchten, via Instagram in Kontakt. Diese hatten bereits ihr Nachtlager aufgeschlagen und wir beschlossen Sie zu besuchen. Das Navi führte uns am Wasser entlang nach Hov. Hier campte das Paar mit ihren zwei Hunden auf einer Pferdefarm direkt am Wasser. Der Ausblick war atemberaubend schön und wir beschlossen ebenfalls die Nacht hier zu verbringen, auch wenn wir dafür 200 NOK zahlen mussten.
Dafür gab es hier die langersehnte heiße Dusche und saubere Toiletten. Wir stellten uns ebenfalls direkt an das Wasser, kochten unser every day – Nudelgericht und genossen den schönen Standplatz. Den restlichen Abend verbrachten wir bei ein, zwei Bier und dem netten Pärchen bei einem Plausch. Als es kälter wurde, krochen wir in unseren Camper und machten uns Bettfertig. Unsere Füße waren ziemlich durchgefroren, sodass wir uns erst einmal aufwärmen mussten. Trotzdem fielen unsere Augen schnell zu.
Unsere Tipps
- Das Café Lysstopriet in Henningsvaer können wir echt empfehlen. Das Auswahl an Essen und Trinken ist echt groß und die Atmosphäre ist auch noch sehr gemütlich.
- In Norwegen gibt es zwar an fast jedem Supermarkt oder auch in vielen Cafés und Restaurants freies WIFI, trotzdem nervte uns die Suche nach WLAN mit der Zeit schon sehr. Informiere Dich daher am besten im Voraus, ob Du Dir eine Prepaid-Karte mit mobilem Datenvolumen besorgen möchtest. Es gibt, nach unseren Recherchen, nicht sehr viele Anbieter dafür in Norwegen. Unsere deutschen Tarife funktionierten zwar hier, allerdings war das zubuchen von Internet einfach viel zu teuer. Wir entschieden uns daher für diese SIM-Karte von TravSim mit 10 GB für 30 Euro.
- Denke an ausreichend Speicherplatz für Deine ganzen Fotos. In Norwegen gibt es einiges zu sehen, weshalb Du durchgehend knipsen könntest. Falls Du mit dem Mac unterwegs bist, checke davor, ob das externe Speichermedium auch wirklich von dem Apple-Gerät gelesen werden kann.
- Hov Horse Farming ist zwar ein bezahlter Campingplatz, die Aussicht und der Lageplatz aber wirklich schön. Falls Du dir also mal etwas gönnen willst, bist Du hier genau richtig. Auch ein Restaurant gibt es hier.