Um halb neun standen wir heute auf und düsten ohne Frühstück los. Notdürftig machten wir uns einigermaßen frisch. Unsere letzte Dusche war schon einige Tage her. Wir sahen nicht nur so aus, wir rochen auch so. Von einem Paar, welches wir die Tage an einem anderen Schlafplatz getroffen hatten, erhielten wir den Tipp für einen Parkplatz in Kopenhagen, an welchem ein Strandbad angrenzen soll. Auch öffentliche Duschen und Toiletten würden hier zu Verfügung stehen. Nelly freute sich schon lange darauf. Ihre Haare konnten mittlerweile als Frittier-Fett verwendet werden. Naja okay, das war ein bisschen übertrieben. Aber sagen wir, ganz frisch war der Haarschopf nicht mehr. Unter der Wandermöwen-Cap wurde daher das etwas mitgenommene Haar versteckt. Sven sprühte sich währenddessen mit der halben Deo-Flasche ein. Heute machten wir dem Sprichwort „Der Schein trügt“ alle Ehre.
In Malmö parkten wir den Bus in der Nähe der Stadtbibliothek. Das Parken kostete für eine Stunden 10 Kronen, was vollkommen okay war. Wir liefen in Richtung Lilla Torg, dem bekannten Platz mitten in der Altstadt. Das Wetter war durchwachsen, weshalb wir nach einem netten Café Ausschau hielten. Zudem hatte der Laptop keinen Saft mehr. Somit benötigten wir mal wieder Elektrizität und auch gegen free WIFI hatten wir nichts einzuwenden.
In einer schnuckligen Esspressobar machten wir es uns bequem, tranken Kaffee, Tee und gönnten uns ein Croissant und naaa… Nelly eine Zimtschnecke. Und sie wurde sogar warm gemacht! Das WLAN wurde bis zur letzten Minute vollkommen ausgekostet. Als unser Macbook dann komplett aufgeladen war, verließen wir das Café und schauten uns noch ein wenig die Stadt an. Unser Parkschein lief langsam ab, daher machten wir uns auf den Weg zurück. 500 Meter vor unserem Parkplatz kam es dann plötzlich zum Platschregen. Wir retteten uns unter einen Baum und verharrten dort bestimmt eine Viertel Stunde. Wir waren plitschnass! Als der Regen ein wenig nachließ, rochen wir unsere Chance und rannten, wie die Weltmeister, zum Bus. Dort angekommen, hörte es natürlich auf. Ach, wir Glückspilze. Langsam schälten wir uns aus den nassen Klamotten und schlüpften in trockene, warme Kleidung. Anschließend fuhren wir von dannen. Über die Öresundbrücke führte uns der Weg nach Kopenhagen zu eben dem besagten Parkplatz beim Strandbad.
Es gab tatsächlich eine Dusche, doch es war das geliebte Modell, welches man immer wieder aufs Neue betätigen muss, um an Wasser zu gelangen. Trotzdem war es nach tagelanger Dusch-Durststrecke ein unglaublich gutes Gefühl seinen Körper und vor allem seine Haare von dem Schmutz zu befreien.
Wir erkundeten das Strandbad, was wirklich cool gebaut war, und zogen uns dann in den Bus zurück. Unsere zweite und somit letzte Palette Eier war noch halb voll. Allerdings war das Ablaufdatum auf heute datiert. Es hieß also: ran an die Eier. Wir hauten alle übrig gebliebenen in eine Pfanne und machten uns Strammer Max. Es blieb aber noch einiges an Eiermasse fürs Frühstück übrig. Später machten wir es uns im Bus gemütlich.