25.11.2025 Ankunft auf Siargao
Unser letzter Halt auf den Philippinen hieß Siargao, eine kleine Insel im Osten der Philippinen, die zur philippinischen Provinz Surigao del Norte gehört. Von Moalboal aus fuhren wir also nach Cebu City und flogen von dort mit einer kleinen Propellermaschine nach Siargao.
Der Flug selbst war mit ca. 50 Minuten entspannt kurz. Eigentlich. Sowohl Sven, als auch Nelly saßen in einer eigenen Reihe. Da es sich um ein kleines Flugzeug handelte, waren es Zweierplätze. Online konnte man nur mit Aufpreis nebeneinander buchen, weshalb wir hintereinander saßen. Wir freuten uns schon, da kein Sitznachbar mehr Beinfreiheit für uns bedeutete. Das Boarding war fast beendet, eine weitere Person fehlte noch. Es gab noch freie Plätze, sogar ein, zwei ganze Reihen, daher machten wir uns keine Sorgen. Schon entspannt warteten wir darauf, dass es losging. Da stapfte ein junger Spanier herein, viel zu spät, alle warteten bereits auf ihn, mit einer Chipstüte in der Hand. Wie konnte er noch seelenruhig Chips kaufen gehen und alle warten lassen, dachte sich Nelly. Ja, und da stand er auch schon Chips-mampfend vor ihr und setzte sich neben sie, obwohl noch genügend andere Plätze frei gewesen wären. Unser Glück ist manchmal wirklich beeindruckend. Nelly wechselte zu Svens freiem Platz. Da nun alle an Board waren, konnte es endlich losgehen.
Türkisfarbenes Wasser und Sonnenschein begrüßten uns, als wir gegen 14 Uhr auf der idyllischen Insel landeten. Auf dem Weg nach draußen verlor unser lieber Freund auch noch einen seiner Wanderschuhe, die er nur halbherzig auf seinen Rucksack gespannt hatte. Ein bisschen chaotisch schien sein ganzes Wesen zu sein.
Der Flughafen selbst war winzig, vermutlich der kleinste, den wir bisher gesehen hatten. Eine kurze Landebahn, ein Mini-Gepäckband, eine kleine Empfangshalle – das war alles. Auch hier hatten wir unseren Transport bereits vorab über unser AirBnB Mango Tango gebucht (400 Pesos pro Person). Schnell fanden wir unseren Fahrer. Aber wer kam da nicht auch wieder angeschlurft … der chips-essende Spanier. Hätten wir einen Lottoschein gehabt, wäre jetzt sicherlich ein guter Zeitpunkt gewesen diesen auszufüllen, denn mit unserem Glück hätten wir doch garantiert den Hauptgewinn gezogen. Zusätzlich fanden wir heraus, dass unser Wegbegleiter kein Taxi vorab gebucht hatte, bedeutet, aus all den am Flughafen wartenden Autos suchte er sich ausgerechnet unser Taxi aus. Sven und Nelly verkrümelten sich auf die Hinterbank, der junge Mann setzte sich auf den Platz vor Nelly. Und begann dann auch noch die gesamte Fahrt über zu Husten. Peeerfekt. Zu guter Letzt fragte er uns dann auch noch, ob wir ihm einen HotSpot für sein Handy geben könnten. Wir wollen nicht gemein sein, aber vielleicht waren wir beide in dieser Situation ganz froh, dass ein HotSpot mit der eSIM von Holafly leider, leider nicht möglich ist.
Kurz hatten wir Panik, dass wir den Kerl auch noch als Nachbar erhalten sollten, aber als unser neuer „Freund“ nicht ausgestiegen war und das Taxi im Hintergrund immer leiser wurde, atmeten wir auf. Unsere Unterkunft, das Mango Tango, entschädigte uns aber umso mehr für unseren anstrengenden Mitfahrer. Super gemütlich, liebevoll im Boho-Stil eingerichtet und genau der richtige Ort, um auf Siargao anzukommen. Die Wohnung ist im oberen Teil von General Luna gelegen, hier ist es etwas ruhiger als im südlichen Teil des Viertels. Noch am selben Tag kümmerten wir uns um einen Roller, den wir für acht Tage (330 Pesos pro Tag) in der Nähe unserer Unterkunft mieteten, und drehten eine erste kleine Runde über die Insel. Abends entschieden wir uns für das Restaurant Lamari, bevor wir ziemlich früh ins Bett fielen.
26.11.2025 Ankommen & Cloud 9
Nach dem Ausschlafen ging es zum Frühstück ins Mondayyy’s, ein Lokal, das sich schnell zu unserem Lieblingscafé entwickelte. Große Auswahl, entspanntes Ambiente, leckeres Essen und viel Platz, um hier remote arbeiten zu können (falls man das mit eingeplant hätte).
Gestärkt schnappten wir uns den Roller und fuhren zum berühmten Cloud 9 Beach im nördlichen Teil von General Luna. Surfer aus aller Welt versammeln sich hier regelmäßig von September bis November. Um an den bekannten Holzsteg zu gelangen, wird eine Gebühr in Höhe von 100 Pesos pro Person und Tag fällig. Wir ließen uns treiben, beobachteten die Surfer und genossen einfach den Moment.
Dann beschlossen wir noch eine Runde im Ort herumzufahren und die Gegend weiter zu erkunden. Bisher hatten wir nur den oberen Teil von General Luna gesehen, weshalb wir nun Richtung Süden fuhren. Gerade wollten wir von der großen Hauptstraße nach General Luna reinfahren, da wurden wir von zwei Polizisten mit Gewehren in der Hand rausgewunken. Oh nein, was sollte das denn bedeuten… Ein Officer fragte Sven nach seinem Helm. Ups, den hatte Sven zu Hause gelassen. Tatsächlich hatten wir einen beim Scooterverleih erhalten. Dieser war jedoch so groß, dass er nicht in den Roller passte und wir ihn dann immer mitnehmen hätten müssen. Auch nach seinem Führerschein wurde Sven gefragt. Dieser hatte er ebenfalls nicht dabei, da er ausgerechnet heute seinen Geldbeutel daheim gelassen hatte. Nelly kramte auf ihrem Handy zumindest eine Kopie seines Reisepasses hervor. Uns wurde erklärt, dass Helmpflicht für den Fahrer bestehe, nicht jedoch für den Beifahrer. Wo hier die Logik ist, wissen wir auch nicht. Aber zumindest wurde uns jetzt klar, warum wir nur einen Helm vom Rollerverleih erhalten hatten.
Die Polizisten waren sehr nett, dennoch erklärten sie uns, dass ein Bußgeld fällig sei. Ja gut, Pech gehabt, unser Fehler. Gespannt warteten wir auf das Knöllchen. Wir rechneten mit mindestens 50 Euro und sahen erstaunt auf den Zettel. 100 Pesos? 1,40 Euro? Wie bitte? Hatten wir das richtig gelesen? Aber ja, das war alles. Wir freuten uns natürlich. Die Polizisten erklärten uns, dass wir das Geld jedoch nicht hier zahlen könnten, sondern einmal in die Ortsmitte zum Amt fahren müssten. Sie zeigten uns den Weg und wir fuhren auf direktem Weg dorthin. Mit dem Strafzettel in der Hand marschierten wir in das Gebäude und wurden direkt zu einer Dame geführt. Auf ihrem Tisch stapelten sich die Papierknöllchen. Wir waren wohl nicht die einzigen, denen ein kleines Bußgeld aufgedrückt wurde. Schnell bezahlten wir den Betrag und konnten innerhalb von 5 Minuten das Gebäude verlassen. In Deutschland hätten wir wohl erst mal 4 Wochen auf den Bußgeldbescheid per Brief gewartet :D. Auf dem Rückweg fuhren wir dann beim Rollerverleih vorbei, um uns einen zweiten, kleineren Helm geben zu lassen, der dann auch in das Schließfach des Scooters passte. Den Helm hatten wir von nun an immer dabei.
Am Abend ging es für uns in die kleine Pizzeria Amore. Unscheinbar, wenig Plätze, aber unfassbar gemütlich, und vor allem mega lecker. Mit einer der besten Pizzen, die wir seit Langem gegessen hatten. Spoiler: Das war definitiv nicht unser letzter Besuch dort.
27.11.2025 Secret Beach & kleiner Dämpfer
Auch der Donnerstag startete mit Frühstück im Mondayyy’s, weil Sven sich nicht für ein anderes Lokal überreden ließ. Im Anschluss machten wir uns auf den Weg in den Süden der Insel zum Secret Beach, etwas außerhalb von General Luna. Die gemütliche Rollerfahrt brachte uns vorbei an tiefgrünen Palmen und menschenleeren Stränden. Die Sonne strahlte uns ins Gesicht. Unsere Reise endete an einer kleinen Bucht mit feinem Sand und klarem, blauen Wasser. Für den Rollerstellplatz zahlten wir 20 Pesos. Den restlichen Tag verbrachten wir damit, uns im Meer abzukühlen, auf dem warmen Sand zu entspannen und einfach mal die Seele baumeln zu lassen.
Als die Sonne langsam begann unterzugehen, machten wir uns auf den Heimweg. Auf einmal fanden wir uns zwischen unzähligen skateboardfahrenden Menschen wieder. Die gesamte Straße vor dem Secret Beach hatte sich in einen riesen Tummelplatz für Surfskater verwandelt. Aber auch viele Zuschauer, inklusive uns, versammelten sich am Straßenrand. Einige Einheimischen machten Musik, andere verkauften Essen auf kleinen Wägen. Die untergehende Sonne färbte den Himmel tieforange. Der Vibe war grandios! Wir genossen noch ein wenig die entspannte Atmosphäre und beobachteten wie sich die Menge langsam lichtete, bevor wir unsere Heimreise antraten.
Bei uns gibt es normalerweise die Aufteilung, dass Nelly für die Unterkünfte und Restaurants zuständig ist. Am heutigen Abend übergab sie die Aufgabe jedoch an Sven und er brachte uns ins Big Belly Burger Restaurant. Und wie es nunmal so ist, wenn man ungeübten eine Aufgabe übergibt, stellte sich das Lokal als Reinfall heraus. Der Burger war an sich gut, das Setting drum herum jedoch nicht. Laut, ungemütlich, Karaoke-Bars gegenüber und eine Ratte, die an uns vorbei huschte.
28.11.2025 Pooltag & Runterfahren
Nellys Wunde, die sie sich in Moalboal bei einer kleinen Scooter-Dummheit zugezogen hatte, war immer noch nicht verheilt, weshalb sie in den letzten und kommenden Tagen zur regelmäßigen Apothekenbesucherin mutierte. Einmal gab es kein Desinfektionszeug, das andere Mal keine Pflaster. Da aber in jedem Ort, den wir auf den Philippinen besuchten, etliche Apotheken angesiedelt waren, konnte man sich die gewünschten Dinge einfach zusammensammeln. Dennoch hieß es immer wieder, sie solle das Wasser meiden, um Infektionen zu verhindern. Gar nicht so einfach, wenn man im Urlaub ist und von Pools und dem Meer umgeben wird.
Dazu kam, dass unser spanischer, hustender Wegbegleiter Nelly wohl mit seinen Bakterien, die er im Taxi von sich schleuderte, angesteckt hatte. Da sie also auch noch etwas angeschlagen war, ließen wir es am Freitag bewusst ruhig angehen. Außerdem war heute Umzugstag, unsere neue Unterkunft: Kajali Resort. Dieses befindet sich im unteren Teil von General Luna, ist jedoch in einer Seitenstraße gelegen, weshalb es auch hier, trotz trubeliger Hauptstraße, sehr ruhig ist. Sehr nettes Personal und auch tolle Unterkunft. Im Urlaub wechseln wir gerne die Unterkünfte, auch am gleichen Ort. Dadurch gibt es mehr Abwechslung, bei einem Reinfall ist man nicht die gesamte Zeit in der gleichen Unterkunft verhaftet und man kann sich auch mal zwischendurch ein teureres Hotel leisten.
Wir packten also unser Gepäck und schwangen uns mit zwei großen Reiserucksäcken und zwei kleinen Standardrucksäcken auf den Roller. Irgendwie schafften wir es das Gepäck inklusive uns beiden auf das Gefährt zu hieven und machten uns auf den Weg zum Kajali Resort. Nach dem Check-In frühstückten wir im Big Mama Laundry Café und verbrachten im Anschluss mehrere Stunden am Pool unserer neuen Unterkunft. Sonne, Wasser, ein bisschen lesen, genau das, was wir heute gebrauchen konnten, um uns etwas zu erholen und neue Energie zu tanken.
Das ist übrigens auch ein Tipp, den wir diesen Urlaub selbst stärker versucht haben zu befolgen: Plane ausreichend Zwischentage ein. Wir wissen, dass das nicht immer einfach ist, wenn man nur begrenzt Zeit hat und auch möglichst viel sehen möchte. Diesen Urlaub haben wir uns aber bewusst daran gehalten und uns deshalb auch nur für 3 Ziele auf den Philippinen entschieden. Man tendiert schnell dazu, zu viel zu planen, wodurch man die einzelnen Orte, die Menschen und ihre Kultur gar nicht richtig kennenlernen und genießen kann. Auch unterschätzt man oft die Reisezeit, vor allem bei einem so großen Land wie den Philippinen.
Abends landeten wir im Meze Grill. Hier gibt es verschiedene Fleischspieße und Dips, aber auch Wraps. Das Essen lässt sich hier frei zu einem Gericht zusammenstellen. Lecker, unkompliziert, wenn auch eher kleine Portionen.
29.11.2025 Inselhopping
Am Samstag stand Inselhopping auf dem Plan. Kosten ca. 46 Euro für uns beide. Sven hatte dies vorab recherchiert und über irgendeine Online-Seite gebucht. Insgesamt sollten drei Inseln angefahren werden. Die Abholung war auf 8:30 Uhr geplant. Da standen wir also, 15 Minuten, 30 Minuten, 45 Minuten… Die Abholung ließ, philippinentypisch, auf sich warten. Ein wenig vermissten wir dann doch die deutsche Pünktlichkeit. Kurz überlegten wir, ob wir überhaupt noch abgeholt werden würden.
Endlich hörten wir das erlösende Motorengeräusch. Wir rechneten mit einem weißen Van, so wie wir es bisher von anderen Aktivitäten kannten. Pustekuchen. Heute kamen wir in den Genuss eines TuckTucks, was an sich kein Problem darstellt, wäre es nicht schon fast komplett beladen gewesen. Mit unseren langen Beinen quetschten wir uns auf die Bank gegenüber zweier kleinerer Frauen und fuhren über eine Schlaglöcher zurück auf die Hauptstraße. Durch das Gewicht der vielen Personen, kamen wir dem Boden doch erstaunlich nah. Aber es ging alles gut und wir erreichten den Standort des Reisebüros.
Ein paar letzte Daten angeben und … warten. Auch hier standen wir uns 30 Minuten die Beine in den Bauch. Andere Gruppen, die offensichtlich nach uns gekommen waren, zogen an uns vorbei. Schließlich bekamen auch wir das Go und stiegen in unser Boot. Immerhin strahlte die Sonne für uns.
Unser erster Halt: Guyam Island. Da wir als letztes los sind, war die Insel dementsprechend voll. Es handelt sich um eine kleine Insel inklusive kleinem Kiosk, bei dem man sich was zu trinken und Burger oder Pommes als Snack genehmigen kann. Der Ort war aufgrund der Größe schnell umrundet und auch wir gönnten uns ein paar Pommes, da wir bisher noch nichts gegessen hatten. Die Insel leerte sich langsam wieder. Da kamen wir mit Karl, einem einheimischen Schmuckverkäufer und Musiker, der seine handgemachten Stücke auf der Insel verkauft, ins Gespräch. Er erzählte uns, dass er für seine weiterführende Schule leider kein Geld habe und daher sein eigenes kleines Schmuckbusiness aufbaue. Da auf der Hauptinsel zu viel Konkurrenz herrsche, vertreibe er seinen Schmuck ausschließlich auf Guyam Island. Nelly kaufte ihm ein kleines Fußkettchen als Erinnerung ab. Tatsächlich war er einer der wenigen Schmuckverkäufer, denen wir begegnet sind, die ihre Stücke auch wirklich selbst von Hand fertigten. Auf Siargao wirst du häufig die gleichen Sachen sehen, die woanders eingekauft worden sind. Falls du ihm also begegnest: Er freut sich über deine Unterstützung 😊.
Nach dem einstündigen Aufenthalt ging es für unsere Gruppe weiter auf die Sandinsel Naked Island. Wie es der Name schon sagt, gibt es hier nichts. Keine Palmen, keine Pflanzen, keine Steine. Auch hier verblieben wir eine Stunde. Nelly verbrachte die Zeit an Land, um ihre noch immer siffende Wunde zu schonen. Sven dagegen erkannte seine Passion fürs Muschelsammeln und war die Zeit über damit beschäftigt, den Strand nach den kleinen Wasserschätzen abzusuchen. Hier bietet es sich an Schnorcheln zu gehen, also Maske nicht vergessen.
Unser letzter Stopp hieß Daku Island, die größte der drei Inseln. Im Preis war ein Essen inkludiert, das wir am Strand serviert bekamen. Für alle Gruppen wurden zwei große Tische aufgebaut. Darauf philippinisches Essen, bunte Früchte, aber auch Fleisch und Fisch. Es sah wirklich toll aus. In kleinen Hütten wurde sich dann erst einmal gestärkt. Was man jedoch hier anmerken muss: Auf der Insel gibt es extrem viele streunende Hunde. Generell wirst du auf den Philippinen viele Hunde sehen, die auch häufig als Haustiere gehalten werden. Meistens wirken die Hunde gepflegt und ordentlich, auch Straßenhunde. Hier auf Daku Island war aber auffallend wie schlecht die Hunde aussahen. Offene Wunden, zerzaust. Und ständig wuselten sie um die Essenshüttchen umher. Als wir fertig waren, gab es auch Hunde die sogar auf die Tische sprangen, um sich Essensreste zu schnappen. War irgendwie nicht so angenehm.
Im Anschluss konnte man von sich noch Drohnenshots machen lassen. Wir verzichteten jedoch darauf. Dann ging es zurück. Ehrliches Fazit: Wir würden die Tour nicht nochmal buchen. Zu viele Touristen und das Erlebnis hat uns nicht sehr überzeugt.
Zurück entschieden wir uns zum Abendessen fürs Dao Chow. Winziger Laden, super günstig und unfassbar lecker. Absolutes Highlight des Tages.
30.11.2025 Siargao-Tour & echte Begegnungen
Am Sonntag umrundeten wir Siargao komplett mit dem Roller. Nach dem Frühstück im Golden Bell Café machten wir uns auf den Weg. Unser Weg führte uns vorbei am Wakeboardpark, den wir sofort auf unsere To-do-Liste setzten, und am Aussichtspunkt Coconut Plantation View Point. Aus dem Nichts fing es an zu regnen. Wir hielten kurz an, um unter ein paar Palmenblättern, die über den Straßenrand hingen, Schutz zu suchen. Nach kurzer Zeit hörte es zum Glück auch schon wieder auf und wir setzten unsere Reise fort. Vorbei an der Maasin River Bridge, dem Tayangban Cave Pool und den Magpopongko Rock Pools and Flats fuhren wir immer weiter Richtung Norden, bis wir den Pacifico Beach erreichten. Der Eintritt kostete zwar ein paar Pesos, dafür war hier keine Menschenseele. Wir liefen bei nun wieder strahlendem Sonnenschein am Strand entlang und beobachten die Wellen, die in regelmäßigen Abständen auf den Sand trafen.
Damit wir auch die ganze Inselumrundung schafften, entschlossen wir weiterzudüsen. Über breite, teilweise neu geteerte Straßen, gesäumt von hochgewachsenen Palmen und üppigem Grün, fuhren wir weiter in den Norden. Es war ein tolles, freies Gefühl den Wind im Gesicht zu spüren. Wir erreichten den Alegria Beach. Auch hier mussten wir ein paar Pesos als Eintritt bezahlen. Tatsächlich waren wir ein bisschen enttäuscht. Einen leeren Strand erwarteten wir auch hier, doch die Realität sah anders aus. Zwar waren weit und breit keine Touristen zu sehen, dafür war der Strand überfüllt mit einheimischen Familien. Nicht falsch verstehen, wir lieben es mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen, dennoch hatten wir wie bereits am Pacifico Beach mit einem leeren Strand wie aus dem Bilderbuch gerechnet. Ein Plätzchen war dennoch schnell gefunden.
Nelly machte es sich auf dem Handtuch in Meeresnähe gemütlich und las in ihrem Buch, um ihre Wunde noch etwas zu schonen. Sven verbrachte den Nachmittag über im Meer, erneut auf Schatzsuche. Von weitem konnte Nelly erkennen, dass er mittlerweile nach links abgedriftet war und sich gerade mit jemandem zu unterhalten schien. Eine gefühlte Ewigkeit später ließ er sich dann auch mal wieder bei ihr blicken und erzählte aufgeregt von seiner Begegnung. Beim Schnorcheln lernte er Eduard kennen, einen Local mit Speerfisch-Ausrüstung. Sven wollte schon lange einmal das Speerfischen ausprobieren. Aus einem kurzen Gespräch wurde eine Stunde gemeinsames Schnorcheln, Tauchen und Lachen. Die beiden tauschten ihre Masken, da Sven einmal die traditionelle und schon etwas in die Jahre gekommene Taucherbrille austesten wollte. Eduard hingegen traute sich zunächst nicht unsere „teure“ Maske anzuziehen, aber Sven ließ im keine andere Wahl. Er war total begeistert von der klaren und weiten Sicht.
Zurück am Strand machten die beiden noch kurz ein Foto und dann trennten sich ihre Wege. Vorerst. Wir entschieden uns, nachdem Sven zurück war, die Heimreise anzutreten, da wir noch den halben Weg vor uns hatten und nicht unbedingt von der Nacht überrascht werden wollten. Gerade als wir auf den Roller stiegen, rief uns Eduard mitsamt seiner beiden Kinder und seiner Frau entgegen, ob wir denn nicht noch einen tollen Sonnenuntergangsspot in ihrem Dorf sehen möchten. Natürlich wollten wir und zufälligerweise lag der Ort sowieso auf unserem Weg. Also folgten wir den beiden Rollern. In Santa Monica angekommen, zeigte uns Eduard im vorbeifahren sein Haus und führte uns an einen Pier. Sven besorgte uns allen etwas zu trinken und gemeinsam genossen wir den wunderschönen Sonnenuntergang. Weit und breit keine Touristen, nur ein paar Locals, die ebenfalls der Sonne beim Untergehen zusahen.
Die Rückfahrt fand aber dementsprechend doch in vollkommener Dunkelheit statt. 1,5 Stunden über dunkle Straßen mitten im Dschungel. Zum Glück lagen auf dem Weg immer wieder kleine Dörfer, die ein wenig Licht auf die Straßen warfen. Je näher wir General Luna kamen, desto mehr waren auch die Wege beleuchtet. Das einzige Problem: Unser Sprit neigte sich dem Ende. Irgendwann kamen wir an einem kleinen Hüttchen vorbei. Darin zwei Zapfsäulen und ein älterer Herr, der einmal kurz in unseren Tank sah, und dann volltankte. Puh, gerade noch rechtzeitig. Den restlichen Weg hatten wir dann zwar einen vollen Tank, dennoch war die Tour abenteuerlich. Hin und wieder leichter Regen, eine nasse Fahrbahn, wenig Licht, streunende Hunde, die immer mal wieder auf die Straßen rannten und unebene Straßenränder. Ohne Unfall (toitoitoi) erreichten wir General Luna woraufhin Sven sich zur Massage verabschiedete.
Abends landeten wir erneut im Restaurant Amore, nass, müde und sehr glücklich.
01.12.2025 Ruhiger Montag
Der Montag war ein klassischer Erholungstag. Ein bisschen Roller fahren, Läden anschauen und bummeln, frühstücken, natürlich wieder im Mondayyy’s. Nelly ließ sich dieses Mal nur widerwillig überzeugen ;). Auch ein weiterer Umzugstag stand heute an. Wir zogen zurück in das nördliche General Luna in unsere neue Unterkunft Las Palmas Villas.
Daneben wollten wir nochmal beim Cloud 9 vorbei, da Sven über Instagram ein Video gesehen hatte, dass es hier Einheimische gibt, die Ringe aus Münzen herstellen. Und wir hatten Glück. Nach ein bisschen Suchen fanden wir sie. Zu dritt fertigten sie Nelly einen Ring aus einer 10 Cent Münze (Euro) als Urlaubssouvenir. Aktuelle philippinische Münzen dürfen dafür nicht verwendet werden. Lediglich die alten Münzen sind für den Silberschmuck erlaubt.
Unseren vorletzten Abend wollten wir eigentlich in einem Fischrestaurant verbringen. Problem: Wir hatten kein Bargeld mehr und die Geld-Automaten funktionierten seit zwei Tagen, aufgrund von Stromausfall, nicht mehr. Einen Blackout kommt auf den Philippinen aufgrund der Wetterverhältnisse häufiger vor und die Einheimischen sind das gewohnt. Uns wurde erzählt, dass es zu dieser Zeit vor einem Jahr 14 Tage keinen Strom gegeben hatte. An sich ist das auch kein Problem, da fast alle Unterkünfte und Restaurants über ein Notstromaggregat verfügen. Auch Notlichter finden sich in fast jedem Zimmer der Unterkünfte. Für das Abheben des Geldes wird aber Internet benötigt, um die Daten korrekt zu übermitteln. Wir fuhren also durch ganz General Luna auf der Suche nach einem funktionierenden ATM. Keine Sorge, viele Restaurants nehmen auch Kartenzahlung, aber eben nicht alle. Schlussendlich wagten wir unseren letzten Versuch und fuhren direkt zu einer noch offenen Bank. Von weitem sahen wir schon eine meterlange Schlange. Uns war klar: Hier gibt es Moneten. Wir stellten uns ebenfalls in die Reihe, hoben das nötige Geld ab und entschieden uns dann für das Backside Burger Restaurant. Gemütlich, lecker, sehr zu empfehlen.
02.12.2025 Wakeboarding
Der Wakeboardpark war eines der Highlights unserer Reise. Wir buchten online einen Slot um 10 Uhr. Bis zu vier Personen können gleichzeitig auf die Anlage. Nelly war zu Beginn etwas nervös, da sie vor Jahren schon einmal in Hamburg wakeboarden war und es damals nicht hinbekommen hatte. Dank individuell einstellbarer Geschwindigkeit schaffte sie es dann aber direkt beim ersten Mal aufs Board. Sven arbeitete ehrgeizig an Kickern und Rails und schaffte am Ende tatsächlich seinen ersten Sprung, wuhuuu. Ein dritter Kerl hatte sich ebenfalls auf den 10-Uhr-Slot eingebucht. Zu Beginn fanden wir das weniger cool, tatsächlich war es schlussendlich aber perfekt. Jeder erhält 5 Minuten Trainingszeit am Stück, danach wird getauscht. So kann man gleich mehrmals hintereinander ausprobieren. Da es anstrengender war als gedacht, taten die extra 5 Minuten Verschnaufspause durch die zusätzliche Person doch ganz gut.
Zum Sonnenuntergang düsten wir an unserem letzten Abend auf die Catangnan Bridge. Aus Recherchen wussten wir, dass sich hier viele Menschen abends treffen, der Musik lauschen oder auch von der Brücke ins Wasser springen.
Danach ging es ins CEV: Ceviche & Kinilaw Shack, eines der besten Fischrestaurants und eine absolute Empfehlung. Frischer geht’s nicht, der Fisch wurde 30 Minuten vor unserer Ankunft geliefert. Da wir kein Tisch reserviert hatten, waren wir direkt auf 17 Uhr bzw. zur Öffnungszeit am Restaurant. Das ist die einzige Chance hier spontan einen Tisch zu ergattern.
03.–04.12.2025 Abschied
Am letzten Tag auf Siargao brachten wir den Roller weg und flogen zurück nach Cebu City. Wir wären gerne noch länger geblieben. Es war unbeschreiblich schön!
Cebu können wir dagegen nicht empfehlen. Wir waren zwar nicht lange hier, aber man merkte schnell, dass die Menschen hier unfreundlicher waren und die Stadt nicht wirklich etwas zu bieten hatte. Abends verschlug es uns in eine nahe gelegene Mall auf der Suche nach Essen. Die Google Rezensionen waren alle eher durchwachsen, bis auf drei Restaurants, die aber alle nicht gut besucht waren. Daher entschieden wir uns für ein philippinisches Restaurant, das fast aus allen Nähten platze. Wenn so viel los ist, muss es ja gut sein. Nääääh, falsch. Wir landeten in einem Restaurant mit all you can eat Reis. Das Essen war von der Qualität eher unterdurchschnittlich, aber wahrscheinlich feierten die Einheimischen das Konzept von unendlichem Reis. Was lernen wir daraus: Auf den kulinarischen Gaumen der Philippiner sollte man als Europäer eher nicht vertrauen. Das Motto war also heute, Hauptsache was zu essen.
Am 04.12. buchten wir uns einige Grab-Taxis, mit denen wir ein paar Shopping Center abklapperten bis wir uns dann abends auf den Weg zum Flughafen begaben. Das Abendessen sollte sich dann heute rächen. Auf dem Rückflug kämpfte Sven mit Magenproblemen. Das Klo im Flugzeug war erst einmal gepachtet. Zum Glück hatte Nelly diverse Reisetabletten dabei, wodurch sie Sven vor weiteren Unannehmlichkeiten bewahren konnte. Am 05. Dezember früh morgens gegen 7 Uhr landeten wir schließlich wieder in Deutschland. Müde, glücklich und voller Erinnerungen.
Philippinen, wir kommen wieder.
UNSERE TIPPS:
- Es kommt hin und wieder vor, dass der Strom ausfällt. Das ist hier normal, kann aber auch durchaus mehrere Tage andauern. Hebe daher lieber mehr Geld auf einmal ab. So bist du auf der sicheren Seite, auch wenn die ATMs mal einige Tage nicht funktionieren.
- Die Automaten haben eigene Wechselkurse. Wir haben die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass man diese Wechselgebühren besser ablehnen sollte. Hier kann man sich einiges an Geld sparen. Keine Gewähr.
- An den Ortsausgängen von General Luna werden regelmäßig Polizeikontrollen durchgeführt. Der Fahrer muss hier einen Helm anhaben, ansonsten kann eine Gebühr fällig werden. Wenn du die Kontrolle rechtzeitig siehst, kannst du auch noch vor der Kontrolle den Helm aufziehen. Das wird nicht beanstandet. Natürlich ist es aber immer sinnvoll generell mit Helm zu fahren.
- Das CEV Restaurant zählt wohl zu den Highlight-Restaurants auf Siargao und auch wir fanden es vorzüglich dort. Falls du keine Reservierung hast, solltest du pünktlich oder besser kurz vor Ladenöffnung dort sein, um noch einen Tisch zu ergattern.
- Am Cloud 9 Beach findest du die Schmuckmacher, die aus Münzen Ringe zaubern. Falls du sie nicht direkt findest, frage einfach bei den Tauchlehrern oder Einheimischen nach. Sie sind bekannt und führen dich zu ihnen. Nelly hat für den Ring 25 Euro bezahlt. Dauer ca. 45 Minuten.
Ein Wort zum Anschluss: Die Philippinen haben, als fünftgrößter Inselstaat, unglaublich viel zu bieten. Jede Insel hat ihre Eigenheiten und Besonderheiten. Für uns stand das Tauchen und ein entspannter Inselvibe voller Lebensfreude und Leichtigkeit im Zentrum unserer Reise, weshalb wir uns für unsere Route entschieden haben. Falls du bei deiner Reise einen anderen Fokus hast, können ganz andere Inseln interessant sein. Informiere dich jedoch im Voraus bezüglich Kriminalität. Manche Regionen, wie beispielsweise im Süden die Sulusee, sollten (was unsere Recherchen ergeben haben) eher vermieden werden. Generell gilt: Die Menschen, vor allem im Service, sind nicht die motiviertesten Menschen. Sprich sie also einfach an, wenn du etwas benötigst :).
Insgesamt können wir aber sagen: Wir sind unglaublich positiv überrascht von diesem tollen Land, den Menschen und der Natur. Da wir nur kurz in Cebu City waren, haben wir nur eine Referenz, jedoch hat sich für uns gezeigt: Städte können getrost ausgelassen werden. Die Menschen sind unfreundlicher und hier gibt es nichts Sehenswertes. Genieße lieber die Sonne, Strand und das Freiheitsgefühl, wenn du mit deinem Scooter über eine Insel cruist. Hier kannst du deine Seele baumeln lassen und mit den Einheimischen ins Gespräch kommen.