20.11. Anreise Moalboal
Nach unserem frühmorgentlichem Tauchabenteuer machten wir uns gegen 14 Uhr von Malapascua auf den Weg nach Moalboal. Um es möglichst einfach und unkompliziert zu halten, buchten wir auch hier unser Boot und privates Taxi über unsere Tauchschule Devocean. Wir hatten es so geplant, dass wir auf 14 Uhr abgeholt wurden, sodass nach unseren drei Tauchgängen genügend Zeit zum Duschen und Auschecken im Hotel zur Verfügung war. Für Katamaran und Taxi haben wir insgesamt 9.100 Pesos, ca. 130 Euro, bezahlt. Alternativ gibt es auch hier die Möglichkeit sich einen Van mit anderen Personen zu teilen. Nachdem uns der Wecker jedoch so früh aus dem Bett geklingelt hatte und die Tauchgänge, trotz Spaß und Faszination durch die beeindruckende Unterwasserwelt, doch einiges an Energie raubten, waren wir auch dieses Mal sehr froh über ein privates Taxi, in dem wir zwischendurch auch immer Mal ein Nickerchen machen konnten. Gezahlt haben wir sowohl Taxi als auch Überfahrt noch in Malapascua bei Devocean direkt.
Die Fahrt vom Maya Pier nach Moalboal dauerte ca. 6 Stunden. Generell wird meist eine Reise-Zeitspanne angegeben, hier beispielsweise 5-6 Stunden. Verlasse dich nicht darauf und rechne mit der längeren Zeit. Die Philippiner nehmen es gemütlich. Und auch die Straßen geben es, durch deren Beschaffenheit und streunende Hunde, die immer mal wieder überraschend in die Fahrbahn laufen, nicht her, in unserer gewohnte Geschwindigkeit zu fahren.
Unser Fahrer war wirklich ein Schatz. Erstens war das Auto wirklich bequem. Bei unserer Anreise nach Malapascua tat uns nach der mehrstündigen Autofahrt etwas der Po weh. Fehlende Kopfstützen und durchgesessene Sitzen waren hier absolut kein Thema :D.
Zweitens war er auch super aufgeschlossen und freundlich und hatte Spaß daran, sich mit uns zu unterhalten. Taxifahrten nutzen wir gerne, um mehr über die Kultur und das Land zu erfahren, da es eine tolle Möglichkeit bietet, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen.
So erzählte uns unser Taxifahrer, dass die dominierende Religion auf den Philippinen mit ca. 80-85% Römisch-katholisch sei. Für uns total überraschend, wodurch wir uns aber auch erklären konnten, weshalb wir auf unserer Fahrt immer wieder geschmückte Weihnachtsbäume und mit Lichterketten dekorierte Läden, wohlgemerkt bei ca. 28 Grad, sehen konnten. Weihnachten werde hier sehr groß gefeiert, häufig beginne man schon im September. Der Heiligabend wird, wie bei uns, am 24.12. abends zelebriert und meist wird gemeinsam gekocht, so berichtete er uns.
Auch über andere Themen wie das Schulsystem, das grundsätzlich kostenlos sei, oder die Berufswelt auf den Philippinen, unterhielten wir uns. Es würden viele in der IT, beispielsweise in Call-Centern, für die USA arbeiten, weshalb zahlreiche Philippiner auch nachts unterwegs seien, um mit den US-Zeiten übereinzustimmen. Prostitution und Drogen seien illegal, eine Todesstrafe gebe es hier auf den Philippinen jedoch nicht.
Zusammengefasst saßen wir platt und K.O. vom langen Tag auf der Rückbank in unserem Taxi und lernten in unserer sechsstündigen Fahrt einiges über die Menschen und das Land, in dem wir uns gerade befanden.
Spätabends erreichten wir Moalboal und unsere Unterkunft Sedona Resort. Kurz vorweg: Auf unserer Reise hat uns diese Unterkunft am wenigsten gefallen. Die Einrichtung ist spärlich gehalten und es gibt keine Handtücher. Die Unterkunft selbst ist etwas abseits an einer dunkleren Nebenstraße gelegen. Da wir uns einen Roller ausgeliehen hatten, war das aber kein Problem und nachts war es dadurch angenehm ruhig. Ein Außenbereich mit Pool, der sauber gehalten ist, gibt jedoch wieder ein paar Pluspunkte ;).
Nach dem langen Tag fielen wir nur noch glücklich und müde ins Bett.
21.11. Entspannen und Ankommen
Am 21. November hieß es für uns erst einmal: Ausschlafen. Wir waren so fertig vom Vortag, dass wir bis mittags geschlafen hatten. Danach machten wir uns auf den Weg für eine kleine Stärkung. Unser Weg führte uns ins West Coast Café – war okay, nichts Außergewöhnliches, aber für eine kleine Stärkung passte das.
Ansonsten nutzen wir den Tag, um etwas die Gegend zu erkunden. Schnell merkten wir, zu Fuß macht das alles hier nur halb so viel Spaß, ein Roller muss her. Bei unserer ersten Rollervermietung war keiner da. Auch nach kurzer Wartezeit ließ sich niemand blicken. Da sich dahinter ein Haus befand und die Tür offen wirkte, drückte Nelly die Klinke und fand sich in einem Hostel wieder. Aber auch hier war kein Mensch weit und breit zu sehen.
Also starteten wir einen zweiten Anlauf direkt schräg gegenüber. Hier war es dann genau anders herum. Von der gegenüberliegenden Straßenseite wurden wir bereits beim Hinlaufen angesprochen, ob wir denn einen Roller bräuchten. Uns wurde schnell klar, dass die Dame nicht zur Rollervermietung gehörte und wohl ihr eigenes Ding am Laufen hatte. Sie folgte uns noch bis auf das Anwesen der Rollervermietung und versuchte uns selbst vor den eigentlichen Besitzern noch abzuwerben. Schlussendlich ließ sie aber ab und wir konnten entspannt unseren Roller mieten. 350 Pesos pro Tag, heißt für 4 Tage 1400 Pesos = ca. 20 Euro bezahlt, ID abgegeben und wir konnten losdüsen.
Wir düsten eine Runde durch die Gegend und hielten dann auch gleich Ausschau nach der richtigen Tauchschule für uns, denn wir wollten mit den berühmt-berüchtigten Sardinenschwärmen tauchen gehen. Sven hatte mehrere 5-Star-PADI-Schulen rausgesucht, die sich direkt in Strandnähe befinden. Gesagt, getan, stapften wir in die erste Schule. Und niemand beachtete uns. Obwohl Tauchlehrer umherliefen, schien niemand interessiert daran zu sein, uns als Kunden zu gewinnen. Da wir uns zunächst nur einmal über die Tauchspots informieren wollten, fragten wir beim Empfang nach. Die Frau zeigte auf ein paar Bücher auf dem gegenüberliegendem Tisch, die wir uns doch einmal ansehen konnten. Wir fühlten uns alles andere als willkommen.
Für Nelly hatte sich in Malapascua mal wieder gezeigt wie wichtig es ist, TauchlehrerInnen um sich zu haben, bei denen man sich wohlfühlt. Hier war es alles andere als eine Wohlfühloase. Daher verließen wir die Schule und liefen einmal ums Eck. Eine Minute später versuchten wir es beim Savedra Dive Center. Hier wurden wir direkt super freundlich empfangen und sich die Zeit genommen, uns die Tauchspots zu erklären. Schnell war klar, dass wir hier tauchen gehen möchten. Wir hatten Glück, da wir beide unseren AOW hatten, konnten wir direkt für den nächsten Tag einen Slot ergattern. Allerdings hieß es: 7 Uhr Treffpunkt an der Tauchschule. Jipiiie, wir lieben es doch im Urlaub so früh aufzustehen haha. Zu Abend aßen wir im Three Bears Restaurant.
22.11. Sardinenschwärme
Der 22. November begann wieder früh. Wie bereits erwähnt, mussten wir um 7 Uhr bei der Tauchschule sein. *Heul* Wie immer wurde zunächst für jeden die passende Ausrüstung zusammengesucht. Das Equipment wirkte insgesamt etwas älter, aber die Crew war lieb und wir fühlten uns sicher.
Im Anschluss gab es eine kurze Einweisung und wir sollten unseren Tank sowie unser BCD-Jacket anschließen. Nelly direkt einmal überfordert. Das letzte Mal musste sie das vor einem Jahr selbst erledigen und in Malapascua wurde einem das ja alles schön von der Tauchschule abgenommen. Also wie war das nochmal… Tarierjacket um die Gasflasche, aber wie rum nochmal? Schläuche wo durch und wie genau verbinden? Ein Tauchlehrer sah wohl Nellys fragenden Blick und eilte so gleich zur Hilfe. Keine Sorge, auch wenn man die Sachen selbst anschließen muss, wird das normalerweise immer noch einmal von jemandem in der Tauchschule gegengeprüft. Dennoch war Nelly sehr dankbar für die Hilfe.
Insgesamt tauchten wir an diesem Morgen zu fünft. Neben unserer philippinischen Scuba-Instruktorin war eine Taucherin aus Liverpool/ UK dabei, die hier auf Moalboal ihre Tauchlehrerlizenz absolvierte. Sie erzählte uns, dass sie ursprünglich aus Simbabwe kommt, dann lange in der UK gearbeitet sowie gelebt hat und nun, nachdem zusätzlich noch ihre Beziehung in die Brüche gegangen sei, die Schnauze voll von dem stressigen, strikten Arbeitsleben hat. Nachdem sie ihre Zulassung erhalten hat, möchte sie die meiste Zeit des Jahres auf einem Schiff als Tauchlehrerin arbeiten und eine Art Aussteigerleben führen.
Unsere Gruppe komplementierte eine weitere Taucherin, die kurzfristig dazu kam und erst vor einer halben Stunde angereist war.
Zu fünft bewegten wir uns Richtung Meer. Das tolle am heutigen Spot: der Tauchplatz ist direkt vor der Tür, bedeutet, man läuft mit samt Equipment vom Strand aus ins Wasser und taucht direkt von dort ab. Ab zum Strand, BCD aufblasen, rausschwimmen, abtauchen – und dann waren wir auch schon umgeben von abertausenden kleinen Sardinen. Ganze Schwärme, die sich wie ein lebendiger Teppich bewegten. Warum sich die Sardinen übrigens hier in Moalboal ansiedelten, ist nicht bekannt. Unsere Tauchlehrerin meinte, es gibt Vermutungen, aber so richtig weiß es keiner. Die Sicht war leider etwas trüb, dennoch war es ein einzigartiges Erlebnis.




Sven verausgabte sich beim Fotografieren unter Wasser. Hoch, runter, links, rechts. Das wirkte sich natürlich auf seinen Sauerstoffvorrat aus, wodurch die Nadel der Sauerstoffanzeige schneller nach unten sank, als er es gewohnt war. Tatsächlich kam Nelly das sehr gelegen, da auch sie bemerkte, dass sie bei diesem Tauchgang deutlich schlechter atmete und somit mehr Luft verbrauchte. Dadurch beendeten wir unseren Tauchgang etwas früher als ursprünglich geplant. Zurück an der Schule putzen wir unser Equipment und bezahlten den Tauchgang, ca. 3.500 Pesos (ungefähr 50 Euro) für beide.
Im Sedona Resort hatten wir kein Frühstück dabei (was wir auch gut fanden, da es genug leckere Essenslocations in Moalboal gibt). Heute versuchten wir es im Smooth Café. Und das war wirklich richtig lecker. Da wir auch immer wieder gelesen hatten, dass viele auch einfach nur Schnorcheln gehen, um die Sardinen zu begutachten und wir ja unsere eigenen Tauchermasken dabei hatten, machten wir uns mittags erneut auf den Weg zum Strand, um Schnorcheln zu gehen. Unsere Sachen legten wir am Strand ab und machten uns erneut auf den Weg ins kühle Nass. Wir ließen uns ein bisschen im Wasser treiben, guckten den Sardinen zu und versuchten auch hin und wieder zu ihnen zu schwimmen. Natürlich keine Chance, sobald man sich ihnen näherte schwammen sie davon. Unser Fazit: Auch wenn man die Sardinen beim Schnorcheln aus auch gut sehen kann, ist es aus unserer Sicht dennoch ein anderes Erlebnis, wenn man von unten zu den Sardinen nach oben schauen kann, da sich die einzelnen kleinen Fische und der ganze Schwarm durch das Licht der Sonne doch stärker abzeichnen, als wenn man beim Schnorcheln von oben nach unten schaut.
Gegen späten Nachmittag fuhren wir zurück zur Unterkunft für eine Verschnaufspause und um sich nochmal für das Dinner frisch zu machen. Bisher war Nelly nur Beifahrerprinzessin gewesen. Sven kam daher auf die glorreiche Idee, sie könne doch auch mal kurz ne Runde mit dem Roller düsen. Er würde dann für ihre Eltern ein kleines Video machen und ihnen zuschicken. Nelly war eher weniger begeistert und hatte ehrlicherweise zu diesem Zeitpunkt auch keine große Lust. Wir merken uns diesen Teil, damit der folgende Part klar auf die Schuld von Sven zu schieben ist.
Damit er nicht weiter nervte, gab sie nach, schwang sich auf den Roller und düste über die gerade Landstraße los. Da wir uns auf der Straße zum Resort befanden, war nichts los. Hinten machte die Straße eine Kurve, sodass Nelly aus dem Sichtfeld von Sven verschwand. Ja gut, irgendwie musste sie ja jetzt auch wieder zurück. Wie schwer kann’s sein. Sie suchte sich einen Bereich, wo die Straße etwas breiter wurde, um zu drehen. Soweit ja noch logisch nachvollziehbar. Der Roller wurde nach links eingeschlagen und ab da passierte eine Kombination aus Bremse, Gas und Linkskurve, die so wohl nicht gemeinsam auftreten sollte. Statt einer schönen 180 Grad Drehung landete sie halb im Gebüsch, der Roller nach vorne ziehend. Ergebnis: Aufgeschürfte Wade, wütende und genervte Nelly und ein Einheimischer hinter ihr, der ihr zur Hilfe eilte. Peinlich. Einfach nur schnell weg hier und zurück zu Sven. Wir erinnern uns: Er hatte ja darauf gedrängt, dass Nelly den Roller ausprobierte, ergo: er ist Schuld, dass sie nun eine blutende, schmerzende Wunde aufweiste, die Laune im Keller war und eine schöne Narbe mit aus dem Urlaub nach Hause nahm. Die Wunde wurde erst einmal ausgewaschen und die Rollerkarriere von Nelly im Urlaub erst einmal auf Eis gelegt.
Nachdem sich dann alles etwas beruhigt hatte, organisierte Sven für den nächsten Tag einen Canyoning-Ausflug (ja, mit offener Wunde – smart war’s nicht, aber wir wollten’s halt machen). Neben den Sardinenschwärmen ist Moalboal für das Canyoning bekannt. Gebucht haben wir über das Hotel, weil wir online ständig gelesen hatten, man könne nicht privat hinfahren. Spoiler: totaler Bullshit. Man kann wohl einfach selbst hinfahren und wenn man vor Ort einen Guide findet, wird’s sogar günstiger. Und vor allem soll morgens zwischen 6 und 7 Uhr viel weniger los sein. Nach dem langen Tag mit Tauchen, Schnorcheln und einem kleinen Unfall sowie nicht mehr allzu vielen Tagen übrig, um Dinge auf eigene Faust auszuprobieren und dem bisherigen Verständnis, dass die Tour vorab organisiert werden muss, buchten wir das Canyoning über die Unterkunft.
Zum Abendessen entschieden wir uns heute für das Blue Trinity Restaurant. Trinity steht wahrscheinlich für die drei Küchen, die hier geboten werden. Es gibt jeweils eine kleine Essensauswahl aus Indien, Südostasien und dem Mittelmeer. Wir fanden es lecker und die Atmosphäre im Restaurant ist schön. Es ist nur etwas abgelegen, aber mit Roller kein Problem. Als wir mit dem Essen fertig waren, hörten wir von etwas weiter entfernt Blasmusiker, die weihnachtliche Lieder anstimmten. Wir wunderten uns zunächst etwas, erinnerten uns dann aber an die Worte unseres Taxifahrers, dass hier Weihnachten ja ausführlich zelebriert wurde. Die Musiker zogen am Restaurant vorbei, verkleidet in Weihnachtsmannkostümen und Rentiergeweihen aus Plüsch auf dem Kopf. Der Restaurantbesitzer erklärte uns, dass sie durch die Straßen zogen, um etwas Geld zu sammeln. Wir machten uns auf den Weg zurück und hörten im Hintergrund wie Jingle Bells geträllert wurde. Und als wäre das nicht genug, liefen wir noch an einem Basketballspiel vorbei. Nationalsportart hier und die Leute nehmen es ernst. Wir haben kurz zugeschaut und sind dann ins Bett. Mit Rollerwunde.
23.11. Canyoning
Heute stand das Canyoning auf dem Programm. Wir hätten schon früh abgeholt werden sollen, aber wir lernten schnell, dass die Philippiner, vor allem bei organisierten Aktivitäten, nicht immer die pünktlichsten sind. So warteten wir über 30 Minuten, bis wir endlich abgeholt wurden. Die Zeit hätten wir gut noch im Bett verbringen können. Grrr…
Abgeholt wurden wir mit einem Van und hier saßen, sagen wir, ein paar interessante Charaktere. Unter anderem ein US-amerikanisches Vater-Sohn-Gespann, bei dem sich der Sohn direkt so bei der Sendung: In 90 Tagen zum Altar – Dating ohne Grenzen anmelden hätte können: philippinische Frau über das Internet kennengelernt, schon mal im realen Leben getroffen, nun erneut hier, um sie zu besuchen, sie meldet sich aber nicht mehr. Beim ersten Besuch wollte der Vater der Philippinerin direkt, dass der amerikanische Schwiegersohn ihnen ein neues Haus für 8000 Dollar baut. Es klang alles wild. Über ihre politischen Ansichten und was für Fragen sie über Deutschland gestellt hatten, sprechen wir hier besser nicht. 🤡
Nach einer halbstündigen Fahrt ging’s endlich los. Helm an, kurze Einweisung, und ab in die Schlucht. Das Wetter war durchwachsen, zwischendurch Regen, aber warm genug, dass es kein Problem darstellte. Als Einstieg gibt es neben einer kurzen Wanderung auch die Möglichkeit mit einer Zipline zum Startpunkt zu düsen. Wir verzichteten an dieser Stelle darauf, da es ein zusätzlicher Kostenpunkt darstellt, da die Seilrutsche privat betrieben wird.
Jede Kleingruppe erhielt seine eigenen Tourguides, sodass wir beide mit Adrian und James loszogen. Die Canyoning-Tour lässt sich in zwei Abschnitte gliedern: Zu Beginn der anstrengende Teil: Klettern, sich durchs Wasser ziehen lassen, Felsen herunterrutschen oder von den Klippen in 3–7 Metern Höhe ins Wasser springen. Zwischendurch ist dann Zeit für eine Pause, hier gibt es auch Kiosks mit kleinen Snacks, die sich auch am Ende bezahlen lassen, falls man kein Geld dabei hat. Im zweiten Abschnitt geht es dann entspannter zu. Hier wird eher die Natur genossen und mit ein paar Wasserfällen im Hintergrund lassen sich ein paar nette Erinnerungsfotos schießen. Auch die Möglichkeit mit Lianen zu schwingen und ins Wasser zu springen, gibt es hier.
Wir zogen also zu viert los. Und: Es war voll. Richtig voll! Wir waren viel zu spät dran, das war der große Fehler. Die Guides bestätigten uns, dass man am besten sehr früh startet (6–7 Uhr), um der Menschenmasse zu entgehen. Da Adrian und James merkten, dass wir die vielen Leute eher als nervig empfanden, suchten sie kleine Extra-Wege und schlängelten uns immer wieder über kurze Umwege an Menschenaufläufen vorbei. Daher Pro-Tipp: Wenn du merkst, dass du nicht der Typ „Massenwanderung“ bist, aber wie wir auch zu spät dran bist, sag das ruhig deinen Guides. Manche Reiseführer ziehen dann mit, geben Gas und führen dich durch schnellere Wege.
Unser Tourguides waren super. Auch hier kamen wir ins Gespräch. Einer der Tourguides erzählte uns beispielsweise, dass er eigentlich gelernter Mechaniker sei, aber eine kleine Tochter und eine Frau habe. Da er für seinen Job zu weit fahren müsste und lieber bei seiner Familie sei, kündigte er seine Arbeit und fing als Tourguide an. Da er aber nur eine Tour am Tag mache, weil es ihm zu kalt und die viele Lauferei auch anstrengend sei, suche er gerade nach einem Zweitjob, damit er seine Familie ernähren kann. Es ist hier übrigens auch üblich, dass die Frauen nebenbei arbeiten. So arbeite seine Frau beispielsweise in einem Call-Center. Dazu berichtete der junge Mann uns, dass er zu Beginn, als er seine Lebensgefährtin kennenlernte, dachte, dass sie Lesbisch sei. Als beide eines Abends angetrunken waren, fragte er sie danach. Kurz darauf fing er sich eine Backpfeife ein, worauf sie sich beide küssten. Die Geschichte war ziemlich lustig und auch süß, dass er sie uns erzählte.
Kleiner Einschub: Während unserer Zeit auf den Philippinen wurden wir kein einziges Mal nach Geld gefragt. Wenn, wurde immer versucht etwas zu verkaufen. Auch Trinkgeld wird hier nicht erwartet, teilweise haben wir sogar erlebt, dass die Menschen überrascht waren. Gerade in solchen Situationen, wenn man mit den Menschen ins Gespräch kommt und sie etwas kennenlernt, ist es aber eine tolle Möglichkeit ihnen eine kleine zusätzliche Freude zu machen.
Am Ende kamen wir mit der Hilfe von Adrian und James zügig durch, aber auch hier fiel es uns auf die Füße, dass wir über die Unterkunft bzw. das ganze Ding organisiert gebucht hatten. Wir waren schnell durch, mussten dann aber ewig auf die anderen aus unserem Bus warten, da wir natürlich gemeinsam zurückfahren mussten. Nervig. Als Hinweis: Bei diesen Touren ist häufig auch ein Essen danach dabei, hier gab es philippinische Küche.
Die zwei Amerikaner waren erstaunlicherweise kurz nach uns zurück. Als dann endlich auch mal die letzten beiden, ein chinesisches Pärchen, eintrudelte, konnten wir endlich zurückfahren. Eine coole Erfahrung war es trotz der ganzen Menschen und dem Warten dennoch. Empfehlen würden wir es so aber nicht. Besser: Selbst organisieren, dann wird es garantiert nochmal deutlich mehr Spaß machen. Insgesamt mit Transport, Eintritt und Essen haben wir zu zweit ca. 68 Euro bezahlt.
Abends gab’s Pizza. Tatsächlich erstaunlich nah am italienischen Vorbild, weshalb es auch etwas teuerer war. Die Location (Ristorante Sapori Di Napoli) ist nicht besonders gemütlich, dafür war die Pizza jedoch sehr lecker.
24.11. Regen, Regen, Regen
Am 24. November wollten wir nur eins: chillen. Nellys Wunde war natürlich durch das Canyoning-Abenteuer nicht besser geworden, das Wetter war mies (Regen durchgehend), und wir hatten nach den letzten Tagen einfach auch keine Lust auf „wir müssen heute unbedingt was erleben“. Also wurde es ein ganz entspannter, ruhiger Tag. Am Abend brachten wir den Roller zurück (wir zahlten 50 Pesos für den fehlenden Sprit) liefen noch ein bisschen durch die Gegend und endeten bei Hungry Monkeys. Die Location ist ziemlich nice. Sie befindet sich im obersten Stockwerk des Hauses, als eine Art überdachte Terrasse, wodurch man einen coolen Blick nach Außen hat und auch die Einrichtung lädt auf einen entspannten Cocktail ein.
Heute waren wir in der Laune für traditionelle, philippinische Küche. Sven probierte Chicken Adobo, was aber nicht hundertprozentig sein Ding war. Es handelt sich um Hähnchenfleisch in einer Marinade aus Sojasoße, Essig, Knoblauch und Gewürzen. Dazu wird Reis serviert. An sich lecker, allerdings handelte es sich hier um kleine Hähnchenkeulen und Sven mag es generell nicht, wenn noch Knochen am Fleisch sind. (Mimimimiii….) Nelly versuchte sich an Pancit Canton mit Hühnchen, ein Eiernudelgericht mit Gemüse. Sehr lecker.
Allgemein können wir zur philippinischen Küche sagen: Sie ist okay, aber kein Highlight und das Land ist auch nicht unbedingt für deren Essen bekannt. Halte dich an Hühnchen, wenn du Fleischesser bist. Rind und Schwein sieht man hier auf den Karten nur ganz selten, daher würden wir davon abraten. Lieber das essen, was viel Durchlauf hat, damit es frisch bleibt. Ansonsten wurde uns gesagt, wird auch viel vegetarisch gegessen, weil sich die Leute schlicht und einfach das Fleisch nicht leisten können. Die Touristen-Menüs spiegeln hier jedoch meist etwas anderes wieder, sie sind eher fleischlastig. Ansonsten fühlen sich die Preise, vor allem bei den Getränken, etwas gewürfelt an. Alkohol ist noch nachvollziehbar am teuersten, jedoch kann es vorkommen, dass beispielsweise Coca-Cola günstiger ist als Wasser. Und auch Milch, so wurde uns gesagt, gilt hier, im Gegensatz zu anderen Getränken, als teures Gut für die Einheimischen.
Danach ging es zurück zur Unterkunft, packen, fertig machen, denn am nächsten Tag stand uns wieder ein Reisetag bevor.
25.11. Auf nach Siargao
Heute hieß es für uns: Ortswechsel. Unser Ziel, Siargao. Nachts hatte es weiter geregnet. Das war auch auf der Fahrt zum Flughafen nach Cebu sichtbar, teilweise standen Straßen unter Wasser. Ca. drei Stunden später erreichten wir Cebu City.
Am Flughafen lief alles easy: Schnell zum Check-in, um das Gepäck abzugeben, durch die Sicherheitskontrolle, warten. Nelly holte sich noch eine Zimtschnecke, weil wir bis dahin noch nichts im Magen hatten. Und dann ab ins Flugzeug, auf zu unserem letzten Reiseziel auf den Philippinen.
UNSERE TIPPS:
- Wir empfehlen die Canyoning-Tour selbst zu organisieren. Das erspart dir Menschenmassen, lange Wartezeiten und du bleibst flexibel. Am besten düst du mit einem Roller selbst hin oder buchst dir ein eigenes Taxi ohne organisierte Tour. Sei zwischen 6 und 7 Uhr morgens dort, damit du die Tour ohne viele andere Touristen genießen kannst. Sprich einfach ein paar Tourguides vor Ort an, manchmal bekommst du so sogar einen günstigeren Preis. Nach der Tour hast du dann zusätzlich den Vorteil, dass du einfach Heimfahren kannst, wann du möchtest und nicht auf andere TeilnehmerInnen deiner Tour warten musst. 100% ein Gamechanger.
- In Moalboal empfiehlt es sich einen Roller auszuleihen, da sich die Hauptstraße länger zieht. Es ist gut befahrbar.
- Die Sardinenschwärme können auch beim Schnorcheln gut gesehen werden. Wenn du deine eigene Tauchermaske dabei hast, teste es einfach mal aus. Man kann direkt vom Strand aus reinlaufen.