17. – 20.11. Malapascua

Malapascua, eine kleine Insel nördlich von Cebu, ist einer der wenigen Orte weltweit, an denen regelmäßig Fuchshaie in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden können. Besonders an den Tauchplätzen Monad Shoal und Kimud Shoal steigen die Tiere in den frühen Morgenstunden aus größeren Tiefen auf, um sich an Putzerstationen reinigen zu lassen. Die langschwänzigen, scheuen Haie gleiten dabei durch das Blau und gelten als Höhepunkt für viele TaucherInnen. Dank klarer Bedingungen, erfahrener Tauchbasen und hoher Sichtungswahrscheinlichkeit hat sich Malapascua zu einem der bedeutendsten Hotspots für Fuchshaibeobachtungen entwickelt.

Deutschland, 7 Uhr, der Wecker klingelt. Verschlafen schlüpft man aus dem noch warmen Bett und zieht die Rollläden nach oben. Dunkelheit. Die Kaffeemaschine wird angeschmissen und der Arbeitstag bei Nieselregen und grauen Wolken vor dem Laptop verbracht. Nach acht Stunden voller Calls und To Dos quält man sich für den Einkauf in die dicken Winterklamotten, um die Kälte möglichst von sich fernzuhalten. Haustür auf. Und wieder findet man sich von Dunkelheit umgeben.

Kein einladendes Szenario, oder? Das dachten wir uns auch. Also beschlossen wir: Lass uns den grauen November in Deutschland skippen und ab in die Sonne verschwinden. 

16/17.11. Anreise

Unsere Reise auf die Philippinen startete am 16.11.25 gegen 12 Uhr vom Frankfurter Flughafen aus. Wir hatten schon vorab online eingecheckt, konnten jedoch unsere Sitzplätze nicht selbst auswählen. Da Sven in vielerlei Hinsicht so seine Eigenheiten hat, war auch das für ihn ein großes Problem, denn ein Gangplatz musste her. Eine gewisse Beinfreiheit und die Möglichkeit bei der langen Reise jederzeit aufstehen zu können, waren Pflicht für ihn. Wir fragten ganz lieb am Schalter nach und konnten uns so ein Fenster- und Gangplatz reservieren. Mit etwas Glück würde also die Mitte frei bleiben und die ganze Reihe uns gehören. Tatsächlich hatte das in der Vergangenheit schon oft gut geklappt, weshalb wir auch dieses Mal darauf setzten. Aber zu früh gefreut. Das Boarding war schon fast fertig, da kam ein älterer Herr angetrottet, und hatte natürlich den Platz in der Mitte. Suuuper… Wir boten ihm den Fensterplatz an, welchen er dankend annahm, da er gerne die Welt beobachtet, wie er uns mitteilte. Sein Hobby: Vögel beobachten. Aufgrund der selbstlosen und absolut liebenswerten Persönlichkeit von Nelly quetschte sie sich also in die Mitte. Immerhin stellte sich der Herr als angenehmen Sitznachbar heraus. Die ganzen 11 Stunden über besuchte er kein einziges Mal die Toilette. Wir landeten in Hong Kong. Nach kurzem Zwischenaufenthalt ging es dann weiter nach Cebu City. Um ca. 11.30 Uhr am 17.11. erreichten wir, groggy und platt von der langen Reise, unser Ziel. 

Warum nicht Manila? Manila ist die Hauptstadt der Philippinen und besitzt den größten Flughafen der Inselgruppe. ABER, der Flughafen ist relativ veraltet und auch teilweise überlastet, weshalb dort gerade ein neuer Airport gebaut wird. Aus unseren Recherchen hat sich zudem ergeben, dass man hier bezüglich Kriminalität, je nach Stadtteil bzw. Bereich, die Augen etwas mehr offen halten sollte. Cebu besitzt dagegen einen deutlich moderneren Flughafen und da wir von Manila sowieso nur weitergeflogen wären, entschieden wir uns direkt für Cebu

Wie immer kauften wir uns im Vorfeld eine eSIM mit unbegrenztem Internet. Leider waren wir diesen Urlaub beide kleine Schwaben und wollten uns Geld sparen, indem wir, statt wie üblich bei Holafly, dieses Mal zu YESIM griffen. Flugzeug gelandet, eSIM aktiviert… und nichts passierte. Beide Handys zeigten keinen Empfang. Gut, vielleicht dauert es einen Moment. Auch nach längerer Zeit: Nüüüchts… Irgendwann dann wenigstens EDGE. Aber sind wir mal ehrlich, damit kann man wirklich gar nichts anfangen. Wir waren ziemlich angefressen, da das mit Holafly bisher immer super funktioniert hatte. Zum Glück hatten wir bereits vorab die Anreise über unsere Tauchschule organisiert, weshalb der Fahrer bereits auf uns wartete und wir nach dem langen, anstrengenden Flug nur noch ins Auto fallen mussten. Wir machten uns also erst einmal ohne funktionierendes Internet auf zur ersten Unterkunft. 

Unser erster Stop hieß Malapascua mit dem Ziel: Tauchen mit den Fuchshaien (genannt: Thesher Sharks). Außer Tauchschulen und ein paar Resorts gibt es hier nicht viel. Warum? Malapascua ist als einziger Ort auf der Welt bekannt, an dem man jeden Tag zuverlässig Fuchshaie entdecken kann. Es gibt zwei bekannte Tauchspots: Monad Shoal – der ältere und tiefere Tauchplatz. Anscheinend haben sich jedoch in der Vergangenheit Tigerhaie dort angesiedelt, weshalb die Thesher Sharks zu dem neuen, flacheren Platz Kimud Shoal gewandert sind. Je nach Jahreszeit ist es wohl auch möglich Hammerhaie zu sehen. 

Vom Flughafen in Cebu aus ging es mit dem Privattaxi (mit kleinem Umweg, weil unser Fahrer noch ein, zwei Dinge zwischendurch erledigen musste) ca. 3,5–4 Stunden Richtung Norden. Es gibt auch die Möglichkeit einen geteilten Van zu nutzen, um die Kosten geringer zu halten. Ehrlicherweise waren wir seeehr froh, dass wir uns für ein privates Taxi entschieden hatten, da die vierstündige Anreise nach so einem langen Flug doch nochmal kräftezehrend war. Ansonsten war alles super easy, unser Taxifahrer fuhr uns direkt bis vor das Boot für die Überfahrt. Eine kleine Tourist und Hafen Entry Fee, die noch vor Ort bezahlt werden muss (ca. 140 Pesos), beglichen wir schnell. Außerdem gibt es Helfer, die das Gepäck zum Boot tragen. Es ist wohl so geregelt, dass man ihnen 30 Pesos pro Gepäckstück in die Hand drückt. Natürlich hielten wir uns daran, verstanden nur nicht ganz, wer genau damit gemeint war, weil mehrere Leute unser Gepäck in der Hand hatten. Aber vielleicht findest du es ja raus, halte auf jeden Fall Kleingeld bereit. 

Mit einem Katamaran wurden wir zu zweit allein nach Malapascua geschippert (Überfahrt ca. 35 Minuten). Generell war es zu dieser Zeit auf den Philippinen etwas ruhiger: Kurz vor unserer Reise gab es zwei stärkere Typhoons und auch ein Monat vorher ein starkes Erdbeben. Viele Touristen hatten wohl ihren Urlaub gecancelt. Zudem war unser Reisezeitpunkt nicht in der Hauptsaison. Wir reisten genau im Übergang zwischen Regen- und Trockenzeit, weshalb es auch immer mal wieder zwischendurch geregnet hatte, was uns aber nicht störte. Auf Malapascua hatten wir jedoch Glück, hier blieben wir alle Tage trocken 🙂

Angekommen ging es direkt einmal zur Tauchschule, um unsere Schulden für die Anreise zu begleichen. Wir entschieden uns für die Devocean Tauchschule und reservierten die Tauchgänge aufgrund von hoher Nachfrage bereits im Voraus (empfehlenswert 😉 ).
Unsere offenen Kosten konnten wir über die Bezahlapp Wise erledigen, was super war, um unser Bargeld aufzusparen. Nächster Stop: direkt einmal zur Unterkunft, die sich in einer Straße hinter der Tauchschule befand: Buena Vida Resort & SPA. Nelly hatte dies bereits im Internet gelesen und auch vor Ort wurden wir kurz von der Seite schräg angesehen, da wir nicht die Unterkunft zugehörig zur Tauchschule gebucht hatten. Die meisten Tauchschulen haben eigene Unterkunftsmöglichkeiten oder arbeiten mit bestimmten Resorts zusammen, weshalb es natürlich lieber gesehen wird, wenn du Tauchschule und Unterkunft zusammen buchst. Ups 😀 Das war aber ansonsten kein Thema, eher so ein „Aha, ihr macht euer eigenes Ding“-Blick.

Kurz durchatmen und zurück zur Tauchschule. Wir wollten natürlich gleich mal die Dive-Möglichkeiten auschecken. Die Fuchshaie befinden sich meist in 20 – 30m Tiefe. Da Nelly aber nur ihren PADI Open Water Tauchschein besitzt, welcher ihr eine Tauchfähigkeit bis 18m bestätigt, war klar, dass sie auf jeden Fall den Advanced Open Water Schein weitermachen wird. Sven hat diesen bereits und kann dementsprechend reine Fun-Tauchgänge buchen. Wir hatten das bereits zuvor mit Devocean abgestimmt. Auch mit anderen Tauchschulen hatten wir Kontakt, manche setzen den AOW oder eine gleichwertige Bescheinigung für die Tauchgänge voraus. Bei anderen ist es auch möglich einen Spezialtauchgang auf 30m vorab zu absolvieren, um im Anschluss mit den Haien tauchen zu gehen. Informiere dich hier am besten über die jeweiligen Websites. 

Da Sven schon seit einem Jahr nicht mehr tauchen war, musste er einen Refresher-Tauchgang einplanen. Das ist bei PADI so üblich. Nelly musste für die AOW-Bescheinigung insgesamt fünf Tauchgänge absolvieren: ein Tieftauchgang bis 30m und Unterwassernavigation sind verpflichtend, drei weitere sind aus einem Katalog an Möglichkeiten wählbar, wobei meist jede Schule je nach Gegebenheiten ihre eigenen Präferenzen besitzt. 

Nelly setzte sich also auf eine Bank vor der Tauchschule und wartete auf weitere Informationen, um die nächsten Tage zu planen. Auf einmal hieß es: alles klar, wir machen zusätzlich Peak Performance Buoyancy, Nachttauchen und Fischbestimmung. NACHTTAUCHEN, wie bitte? Für sie absolut nicht vorstellbar und niemals eine Option. In die Tiefe, ohne Licht, keine Orientierung, gruselig…
Tatsächlich kam genau in diesem Moment der richtige Tauchlehrer um die Ecke, der Nelly erst einmal beruhigte. Alles kann, nichts muss. Er meinte, dass viele zuvor so reagieren, es aber viele danach wirklich cool fanden. Zudem wurde sie darüber informiert, dass der Tauchgang bei Sonnenuntergang startet, bedeutet, die Taucher gehen bei Helligkeit in die Tiefe und es wird langsam dunkel. Okay, why not, war ihre Devise. Gesagt, getan, wurden die Tauchgänge für den übernächsten Tag festgesetzt, da wir einen Tag zum Ankommen, Durchatmen und Relaxen gebrauchen konnten. 

Im Anschluss ging es duschen und eigentlich wollten wir nur noch Abendessen und ins Bett fallen. Aber ach ja, da war ja noch etwas – Unser ach so tolles Internet. Unabhängig von WLAN, waren da immer noch 0 Balken auf unseren Handys zu sehen. Mit ChatGPT fanden wir dann heraus, dass wir für die korrekte Aktivierung Internet benötigen, was aus unserer Sicht totaler Quatsch ist, weil man ja genau das gebucht hatte. Okay, aktiviert. Und der Empfang, immer noch EDGE. Gut, auch hier waren wir gutmütig und dachten wieder, vielleicht benötigt auch das etwas Zeit. Wir machten uns also auf zum Abendessen ins Restaurant Barlar. Koreanisch stand auf der Speisekarte.

Zurück im Hotel hatte sich unsere Internetsituation immer noch nicht verbessert. Wir hatten die Schnauze voll, wir waren im Urlaub und wir wollten uns jetzt nicht mit diesem Mist auseinandersetzen, vor allem mit dem Wissen, dass es zuvor mit dem anderen Anbieter immer super easy war. Wir schrieben also beide dem Support und hofften darauf, den Kaufvertrag widerrufen zu können. Es hat einige Nerven und viele Chats hin und her benötigt, aber zum Schluss hatten wir Erfolg. Das Geld kam zurück und damit direkt der Kauf zwei neuer eSIM-Karten über Holafly. Keine 3 Minuten später zeigten unsere Handys LTE. Haaaaawwww… Diesen Fehler werden wir auf jeden Fall nicht noch einmal begehen. Im Anschluss ging es für uns ab ins Bett. 

18.11. Schnorcheln

Ganz entspannt starteten wir in den Tag. Frühstück war in unserer Unterkunft inklusive, weshalb wir uns darum nicht kümmern mussten. Ein kurzer Stopp in der Tauchschule, damit Sven seine Tauchgänge final klären konnte. Außerdem nutzten wir die Zeit, um unsere Tauchausrüstung anzuprobieren und für den nächsten Tag vorzubereiten. Flossen, Maske, BCD-Jacket und Gewichte wurden jeweils in eine Kiste gepackt und mit unseren Namen beschriftet. So konnte jeder Taucher am nächsten Tag direkt sein Equipment wiederfinden.


Mittags beschlossen wir eine Runde schnorcheln zu gehen, da es am süd-westlichen Rand der Insel ein Meeresschutzgebiet gibt, bei dem man mit etwas Glück kleine Riffhaie beobachten kann. Gleichzeitig konnten wir auf dem Weg ein bisschen die Insel erkunden. An der Dakit-Dakit Adjoining Marine Protected Area angekommen, legten wir all unsere Sachen ab. Aufgrund unserer Tauchabenteuer hatten wir unsere eigenen Tauchmasken mit im Gepäck, die wir hier direkt zum Einsatz bringen konnten. Da es sich um ein Schutzgebiet handelt, ist natürlich besonders auf die Umgebung zu achten. Der Bereich ist abgezäunt und es gibt eine Wachperson, die einen durchlässt. Achte daher darauf, dass du eine Maske dabei hast, die dich als Schnorchler kennzeichnet und unnötigen Kram zuhause lässt, da du sonst nicht reingelassen wirst. Leider hatten wir kein Glück und uns blieb die Sicht auf die Riffhaie verwehrt. Wir schlenderten noch etwas durch die Gegend, aßen Pizza beim Angelina Beach Resort und machten uns ready für den nächsten Tag. 

19.11. Erster Tauchtag

Heute startete unser Tauchabenteuer. Treffpunkt 13 Uhr, Bootsabfahrt 14.30 Uhr.
Noch an Land gab es für Nelly von ihrem Tauchlehrer Ricky eine Einführung in ihren Advanced Open Water Kurs und ein Briefing zu den anstehenden Tauchgängen. Sven machte lediglich seinen Refresher-Kurs und testete dabei auch gleich sein neues Unterwasser-Equipment, eine Insta360 x5 Kamera inklusive Unterwassercase, um am nächsten Tag dann auch ready zu sein, um die Haie zu filmen. Bei Nelly standen heute Peak Performance Buoyancy und das Nachtwachen auf dem Programm. Den Theorie-Teil konnte sie bereits vorab online via PADI-App lernen.

Den Kurs absolvierte Nelly gemeinsam mit Hush, einer jungen Chinesin aus der Nähe von Shanghai, die sie ebenfalls heute kennenlernte. Sie erzählte, dass sie auf Empfehlung einer Freundin allein nach Malapascua gereist sei, um ihren OW- und AOW-Tauchschein zu absolvieren. Eine super herzliche Person, wie sich noch rausstellen wird.
Nelly erklärte auch direkt vorweg, dass sie das letzte Mal vor einem Jahr getaucht war und dort auch etwas Probleme beim Druckausgleich hatte. Die Nervosität war ihr deutlich anzumerken, jedoch hatte sie mit Ricky einen super Tauchlehrer an ihrer Seite. Er nahm ihr die Aufregung aufgrund seiner entspannten und beruhigenden Art.

Dann ging es auch schon aufs Boot. Der erste Tauchspot war in nur 10 Minuten erreicht.
Beim Peak Performance Buoyancy ging es darum, wie beim Refresher-Kurs von Sven, wieder in das Tauchgefühl zu kommen und eine möglichst neutrale Tarierung zu erreichen, also die Atmung so zu kontrollieren, dass der Auftrieb und Abtrieb möglichst ausgeglichen ist.
Langsam wurde abgetaucht, bei Nelly machte sich direkt das rechte Ohr bemerkbar. Druckausgleich schon wieder schwierig. Innerlich schon etwas genervt, tauchte Nelly etwas langsamer ab und schaffte es dann auch zum Grund.

Erste Übung: Im Kreis auf gleicher Tiefe mit korrekter Flossenbewegung tauchen. Das war noch relativ easy. Als nächstens sollten Hush und Nelly in einer Buddha-Haltung schweben, also Füße überkreuzen und möglichst auf gleicher Tiefe in der Senkrechten bleiben. Für Nelly einfach nicht machbar, ihre Flossen gaben ihr ständig Auftrieb, wodurch es für sie fast nicht möglich war die Übung auszuführen. Daneben hatte sowohl Sven als auch Nelly ihre eigenen Masken dabei und diese auch bei diesem Tauchgang an. Trotz mehrmaligem Ausbrennen war die Sicht bei beiden deutlich eingeschränkt. Neben Atmung und Flossenauftrieb war Nelly also auch noch mit ihrer Tauchmaske beschäftigt. Frust machte sich breit. Der perfekte Start also, um sich erst einmal charmant inkompetent zu fühlen. Die dritte Übung bestand darin nah am Grund im Quadrat zu tauchen und Gegenstände, die Ricky auf den Boden gelegt hatte, ohne Hände mit ihrem Oktopus-Atemregler zu berühren. Zum Glück konnte Nelly hier einen Erfolg erzielen und die Übung, trotz eingeschränkter Sicht, gut ausführen. Zuletzt sollten sie und Hush einmal kopfüber die Position halten, so als würde man mit dem Kopf voraus in eine Höhle schauen. Also Kopf nach unten, Flossen in die Höh. Auch das klappte gut, den restlichen Tauchgang schwammen sie dann noch etwas umher, bis es dann zurück nach oben ging.

Sven berichtete dagegen von einem entspannten, einfachen Tauchgang. Angeber eben 😉 Da der Tauchplatz so nah an Land lag, ging es erst einmal zurück zur Tauchschule für eine kurze Erholungspause. Sven blieb hier zurück, Hush und Nelly machten sich gegen 17 Uhr erneut auf. Dieses Mal: Nachttauchen.
Auch hier war der Tauchspot nicht weit entfernt. Jedem wurde eine Taschenlampe in die Hand gedrückt, kurzes Briefing, ab ins Wasser. Dieses Mal entschied sich Nelly für die Devocean-Tauchmaske. Tatsächlich war das ein Gamechanger, die Sicht blieb durchgehend klar, ohne ein einmaliges Maskenausblasen. Zudem erinnerte Nelly sich daran auch regelmäßiger einen Maskenausgleich zu machen, um den Druck um den Maskenbereich auszugleichen. Auch das half enorm, den normalen Durckausgleich in den Ohren besser durchzuführen. Das zweite Abtauchen klappte also schon einmal deutlich besser als zuvor. Zum Glück! Die gute Stimmung kam zurück.

Bei Sonnenuntergang stiegen Ricky, Hush und Nelly also im Wasser auf ca. 13 Meter hinab. Sie schwammen ein bisschen umher und wurden langsam in Dunkelheit eingehüllt, je mehr die Sonne am Horizont verschwand. Es passierte etwas Unerwartetes: Es war überhaupt nicht schlimm. Wie bereits von der Tauchschule angekündigt, wurde es einfach immer dunkler, ohne dass es einem selbst so richtig auffiel. Mit den Taschenlampen ausgestattet setzten sie ihren Tauchgang fort und betrachteten die Unterwasserwelt. Und es war toll! Alles wirkte viel bunter und kräftiger als tagsüber. Warum? Je tiefer man absteigt, desto stärker wird normalerweise das rote Licht herausgefiltert, wodurch Rot unter Wasser eher wie ein Lila wirkt. Aufgrund der zusätzlichen Lichtquelle in ihren Händen brachten sie den Rotton zurück, wodurch die Fische und Korallen auf einmal viel intensivere Farben aufzeigten. Nach insgesamt 44 Minuten Grundzeit waren Ricky, Hush und Nelly zurück auf dem Boot.

Unter Sternenhimmel wurde hier noch etwas verweilt, bis auch alle anderen Taucher zurück auf dem Katamaran waren. Hush meinte zu Nelly, ob sie Lust auf Seeigel hätte. Sie schaute sie verwundert an. Seeigel? Hatte das Nelly richtig verstanden? Sie stapfte Hush hinterher bis ans Ende des Bootes. Vor ihnen ein Eimer voller Seeigel. Die Stacheln waren zum Großteil bereits entfernt worden. Daneben zwei weitere Eimer mit Wasser zum Putzen der Tiere und für die Schalen. In einem vierten Topf: Gekochter Reis. Hush zeigte Nelly wie die Seeigel richtig gegessen werden: Schale aufbrechen und den schwarzen Glibber darin entfernen, um an das eigentlich „Fleisch“ zu gelangen, das sich ganz dünn an den Wänden des Seeigels befand. Gemeinsam mit dem gekochten Reis wurde dann das Seeigelfleisch geschlemmt. Nelly dachte gar nicht lange drüber nach und probierte es natürlich aus. Wenn nicht jetzt, wann dann? Tatsächlich schmeckte es einfach nur etwas salzig, wie das Wasser im Meer. Unter Sternenhimmel ging es zurück zur Tauchschule. Ein Erlebnis, von welchem Nelly zu Beginn abgeschreckt war und es garantiert auch so nicht geplant hätte, aber aufgrund der vielen neuen Ereignisse so einzigartig geworden ist.

Da Hush alleine unterwegs war, fragte sie uns, ob wir alle gemeinsam Abendessen gehen wollten. Wir entschieden uns für einen Mexikaner und trafen uns, nach kurzer Duschpause, im Restaurant. Das Essen war lecker, die Bedienung etwas… naja. Hush berichtete uns dann noch einiges zu ihrer Herkunft und Eigenheiten in China. So erzählte sie uns beispielsweise, dass sie nur 5 Tage!? Urlaub im Jahr hat, den sie sich gerade für die beiden Tauchkurse genommen hatte. Happy und müde machten wir uns auf ins Bett. Der nächste Tag sollte für uns früh starten.

20.11. Zweiter Tauchtag und Abreise nach Moalboal

Der Wecker klingelte. Unsere müden Augen blickten auf unser Handy. 4 Uhr. Puuuhhh, schon früh. Aber wir wussten ja: Heute werden wir mit Fuchshaien tauchen, whoopwhoop! Nelly hatte die Nacht über ziemlich bescheiden geschlafen. Diese innere Uhr, die einen alle paar Stunden weckt, wenn etwas wichtiges anstand. Nervig. Aber immerhin waren wir pünktlich an der Tauchschule. Frühstück fiel dafür aus. Dafür war auf dem Boot gut für uns gesorgt: Bananen, süße Teigteilchen, Tee und Kaffee. Sven stopfte einige Brötchen in sich rein, da Bananen ja nicht zu seiner Leibspeise gehörten. Nelly inhalierte mehrere Tassen und versuchte sich mental auf den Tieftauchgang vorzubereiten. Hoffentlich klappte auch hier der Druckausgleich. Zum Tauchspot brauchten wir ca. 45 Minuten. Reisetabletten nicht vergessen, manchen kann es bei einer so langen Fahrt schlecht werden und wir möchten ja vermeiden, dass man sich in seinen eigenen Oktopus übergeben muss 😉

Ein paar Facts zu den Fuchshaien: Thresher Sharks sind eher scheue Haie. Das unverkennbare Merkmal ist ihr extrem langer Schwanz, den sie peitschenartig als Waffe einsetzen, um Fische zu betäuben und zu töten. Fuchshaie können bis 6 Meter erreichen wobei die Hälfte bereits die Schwanzflosse ausmacht. Typisch für die Haie auf Malapascua sind zudem ihre großen Augen. Die Tauchgänge finden vor allem früh morgens statt, da die Fuchshaie zu diesem Zeitpunkt zu den Shoals (Unterwasserberge) aufsteigen, um sich von kleinen Fischen putzen bzw. Parasiten entfernen zu lassen. Daher war die Abfahrt unseres Bootes auf 5 Uhr geplant. 

An dieser Stelle einmal ein großes Danke und Props an die die Devocean-Tauchschule. Sie war wirklich TOP. Wir mussten uns weder um das zusammenbauen des Equipments kümmern, noch unsere Tauchausrüstung reinigen. Es wurde einem komplett alles abgenommen. Die Kisten mit unseren Namen inklusive der Ausrüstung waren immer griff- uns einsatzbereit. So konnten wir uns wirklich komplett auf die Tauchgänge freuen.

Es ging also los. Sven in einer eigenen Tauchgruppe, Nelly mit Hush und Ricky. 3 Tauchgänge standen auf dem Programm. Für Sven einfach nur Spaßtauchgänge, für Nelly zuerst Deep Dive auf bis zu 30m, dann Unterwassernavigation und zum Schluss Fischbestimmung. Die ersten beiden Tauchgänge fanden bei Kimud Shoal, der neueren Heimat der Thresher Sharks, statt.

Erstaunlicherweise machte Nelly die Tiefe gar nichts aus und die Bedenken bezüglich Druckausgleich lösten sich in Luft aus. Auch beim Tieftauchen hatte Ricky wieder ein paar Aufgaben für Hush und Nelly im Gepäck. Ricky hatte eine Flasche mit rotem Deckel dabei. Neben dem Verhalten der Flasche sollten die beiden die Farbe des Deckels in der Tiefe bestimmen. Wie bereits zuvor gelernt 😉 war der Deckel auf 28m Tiefe mehr Lila als Rot. Als weiteres mussten Hush und Nelly eine Rechenaufgabe lösen, um den Geist zu checken. Je tiefer man geht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Gasnarkose. Durch die Rechenaufgabe sollte geprüft werden, ob alles in Ordnung ist und man noch klar denken kann. Nelly erwartete eine Aufgabe wie 2×3, da Ricky die Aufgaben bereits auf dem Katamaran angekündigt hatte. Tatsächlich war sie dann aber ziemlich überrascht, als sich das Ergebnis dann nicht im einstelligen sondern im vierstelligen Bereich bei ca. 6000 befand. Musste man ja doch noch sein Hirn anstrengen haha. Den restlichen Tauchgang über konzentrierten wir uns natürlich auf das Ausschau halten nach Fuchshaien. Und da waren sie. Ein, zwei oder drei. Friedlich schwammen sie an uns vorbei. Es war wirklich beeindruckend.
Sven filmte in seiner Gruppe wild vor sich hin. Auch Nelly hatte die GoPro dabei.

An Board erst einmal ab auf die Toilette. Tauchen fördert den Druck auf die Blase. Nach einer kurzen Pause machten wir uns dann aber auch schon ready für den zweiten Tauchgang. Für Nelly hieß es: Unterwassernavigation. Dabei mussten Hush und sie mit dem Kompass am Arm navigieren. Geradeaus tauchen und 180° zurück. Eine Quadrat tauchen, nur durch die Bestimmung der Anzahl der Flossenschläge. Unterwassernavigation durch natürliche Orientierungspunkte. Letzteres mussten Hush und Nelly mehrmals machen, weil sie es beim ersten und auch beim zweiten Mal vermasselten und viel zu weit links oder rechts vom Ausgangspunkt ankamen, wie zwei Fische mit Orientierungsschwäche. Und das obwohl da ein Seil hinter ihnen war, was super zur Orientierung genutzt hätte werden können. Ups, hier gibt es auf jeden Fall noch Verbesserungspotential. Auch hier nutzen wir die restliche Zeit, um die Fuchshaie zu beobachten.

Für den dritten und letzten Tauchgang düsten wir nach Monad Shoal. Hier gäbe es ja anscheinend die Möglichkeit einen Tigerhai zu sehen. Natürlich hatten wir diesen nicht gesehen und auch von den Tauchlehrern wurde uns gesagt, dass sie selbst schon sehr lange keinen mehr gesehen hatten. Hush und Nelly sollten nun Fische bestimmen. Zehn in der Zahl. Ricky drückte ihnen eine Karte mit einer Fischübersicht in die Hand und eine Tafel, auf die sie die Namen der gesehenen Fische notieren konnten. Zum Abschluss sollte jede noch einen Fisch aufzeichnen und benennen. Sowohl Sven als auch Nelly waren an Board dann auch froh, dass es für heute geschafft war. Drei Tauchgänge hintereinander können dann doch kräftezehrend sein. Nelly kämpfte auf der Rückreise dann auch etwas mit Übelkeit, was sie sich natürlich nicht anmerken ließ. Um 12 Uhr Mittags waren wir zurück an Land.

Für den AOW-Tauchschein (Stand November 2025) hatte Nelly insgesamt 16.400 Pesos, umgerechnet ca. 240 Euro, gezahlt. Die vier Tauchgänge von Sven beliefen sich auf 8.300 Pesos = ca. 120 Euro. 

Direkt im Anschluss hieß es für uns auf nach Moalboal.

UNSERE TIPPS: 

  • Malapascua ist für das Tauchen mit den Thresher Sharks bekannt. Solltest du ebenfalls Interesse daran haben, kläre das frühzeitig und vor deiner Anreise mit einer Tauchschule. Je nach Saison sind die Tauchschulen schnell ausgebucht.
  • Aus Sicherheitsgründen fahren die Fähren vom Maya Pier nach Malapascua Abends/Nachts nicht mehr. Meist ist die letzte Überfahrt zwischen 16 und 17.30 Uhr. Vom Flughafen in Cebu City bis zum Maya Pier sind es mit dem privaten Taxi ca. 3-4 Stunden (plane lieber mehr Zeit ein, die Philippiner gehen es langsam an und machen auch gerne mal dazwischen noch ein, zwei Stopps :D) Bei unserer Buchung hieß es daher auch extra, dass 13 Uhr die späteste Uhrzeit ist, an der wir vom Flughafen abgeholt werden. Bedenke dies also bei deiner Anreise, damit du Abends nicht vor einem verschlossenen Pier stehst.
  • Es gibt unterschiedliche Anreisemöglichkeiten (Stand November 2025):
    • Privates Taxi (max. 2 Personen): 3750 Pesos = ca. 55 Euro
    • Geteilter, weißer Van (max. 4 Personen): 4400 Pesos = 63 Euro
    • Privates Boot (max. 7 Personen): 2500 Pesos = ca. 36 Euro
  • Die Philippinen ist das am stärksten von Naturkatastrophen betroffene Land, weshalb es immer wieder vorkommen kann, dass die Boote vom Maya Pier nach Malapascua nicht fahren. Plane daher lieber einen Puffertag mit ein. Auch kann es immer wieder vorkommen, dass vor allem auf dieser kleinen Insel die Geldautomaten leer sind. Bei manchen Tauchschulen kann man mit Wise oder anderen Online-Diensten bezahlen. Aber gerade in den Restaurants ist meist nur Bargeld akzeptiert. 

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